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Landleben

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Veröffentlicht März 2026

Exkursion in die europäische Anbauregion von Tropenfrüchten

Bevor ich zum Marketing-Team von CrowdFarming gestoßen bin, wusste ich nicht, dass in Europa tropische Früchte angebaut werden. Es gibt jedoch in der Region Málaga (Spanien) viele landwirtschaftliche Betriebe, die sich ihrem Anbau widmen – ich hatte die Gelegenheit, zwei Tage lang in diese Welt einzutauchen. 

Hier war ich also zusammen mit Juliette Simonin, einer der Mitbegründerinnen von CrowdFarming, im Zug nach Málaga, um Produzenten tropischer Früchte zu treffen. Ich war hocherfreut, diese Erfahrung zu machen und mehr darüber lernen zu können.

Kaum dass wir angekommen waren, wurden wir von Vidal vom Farmer Hunting-Team (das die Produzenten betreuende Team) abgeholt, der während dieses Aufenthalts unser Führer sein sollte. Man kann sagen, dass er diese Region wie seine Westentasche kennt! Für einen gelungenen Auftakt hatte er uns im Restaurant El Molino einen Tisch direkt am Meer reserviert, um unsere Batterien aufzuladen: Was könnte besser sein, um Energie zu tanken, als ein Stück Meer mit klarem blauem Wasser vor sich zu haben?

Nach dieser ausgezeichneten Mahlzeit machen wir uns auf den Weg zur Finca Los Pepones, auf der Mangos und Avocados angebaut werden! Erste Etappe: das Reservoir für Regenwasser, das María, der Produzentin, zur Bewässerung dieser Felder dient. Ich hatte ein solches Konzept noch nie gesehen! Maria erklärt uns, dass sie im Winter und Frühling Regenwasser in diesem Reservoir sammelt. Dank eines Rohrsystems kann sie damit hire Mango- und Avocadokulturen praktisch den ganzen Sommer über auf ökologische Weise bewässern. Eine wirklich bemerkenswerte Leistung! 

Zwischendurch bekamen wir Besuch! Die Schafe von Marías Nachbarn haben sich selbst in die Mangofelder eingeladen, um dort das Unkraut abzugrasen. Eine althergebrachte und umweltfreundliche Methode, die für alle von Vorteil ist: die Schafe sind gut gefüttert und der Boden profitiert von natürlichem Dünger. Ein erfolgreiches System, das ich bisher auch noch nicht kannte, das aber auf jeden Fall die Mangobäume und die Schafe sehr glücklich zu machen schien!  

Nach dem Besuch kehrten wir ins Hotel zurück, um unsere Batterien für den zweiten Tag aufzuladen, der sehr intensiv werden sollte. Um 7 Uhr morgens frühstückten wir im Stehen auf die Schnelle und begaben uns zur zweiten Farm von Los Pepones. Dort lernten wir die Mitarbeiter kennen, die bereits mit der Avocadoernte zugange waren. Maria und Vidal nutzten die Gelegenheit, um mir den Unterschied zwischen den Avocadosorten zu erläutern und mir zu erklären, warum diese Region günstige Bedingungen für deren Anbau aufweist. Wenn begeisterte Menschen dir alles bis ins letzte Detail erzählen, ist dies noch interessanter! 

Danach führte uns Maria auf das Feld nebenan, um die Schilder der CrowdFarmer zu sehen, die an jedem der Mangobäume aufgehängt waren. Sehr bewegend! Es waren dort CrowdFarmer aus ganz Europa zu finden und wir versuchten, mit Hilfe des Namens, den sie ihrem Baum gegeben hatten, herauszufinden, aus welchem Land sie kamen. Ich kann es kaum erwarten, in dieser Saison meinen Mangobaum zu adoptieren und meinen Namen auf einem von ihnen geschrieben zu sehen! 

Nach diesem bewegenden Moment gingen wir zum Lagerhaus, in dem die Kisten mit Avocados vorbereitet werden, die in den nächsten Tagen den CrowdFarmern nach Hause geliefert werden. Ich konnte Paco kennenlernen, einen weiteren, zur CrowdFarming-Familie gehörenden Produzenten von Bio-Avocados und Bio-Mangos. Ich habe ihn wie auch Maria über die Website von CrowdFarming entdeckt, weil wir in der Marketingabteilung viel mit diesen Produzenten zusammenarbeiten,  etwa für die Verfassung von Artikeln für den Blog, die sozialen Netzwerke, oder die Werbung; aber was für eine Freude, seinem Namen ein Gesicht geben zu können!

Paco und Maria erklären uns den Versandprozess:

Zuerst sortieren wir die Avocados und schneiden jeder von ihnen den kleinen Stengel ab, danach legen wir sie in die Kartons. Wir füllen die Kartons so, dass sie jeweils 4 kg wiegen, und bringen dann das Versandetikett an; sie kommen danach auf die Palette, die für den Versand in alle Teile Europas bereitsteht! Es ist wirklich beeindruckend, die Arbeit hinter jeder Bestellung und die Liebe zu sehen, die die Produzenten und ihre Mitarbeiter in die Vorbereitung jedes Kartons investieren.

Bevor wir aufbrachen, bot Paco uns allen einen schönen Karton Avocados mit einer Widmung an, was uns wirklich sehr gefreut hat. Nachdem wir alle zum letzten Mal miteinander essen gegangen waren, brachte uns Vidal zum Bahnhof und wir kehrten voller Erinnerungen nach Madrid zurück.

Geschrieben von Manon Delpech

Manon Delpech

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Landleben

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Der „verrückte Deutsche“ 40 Jahre später

Wenn man Friedrich heute über seine Finca in der Nähe von Gibraleón begleitet, hört man vor allem eines: ein lautstarkes Konzert aus Vogelgezwitscher. Doch hinter dieser Idylle steckt eine vor langer zeit getroffene radikale Entscheidung gegen die Konvention. Heute ist er seit 1994 Demeter-zertifiziert und beweist, dass seine „Verrücktheit“ die einzige logische Antwort auf die Krise unserer Böden ist.Vor 40 Jahren verliebte sich Friedrich bei einem Besuch in Spanien in die Finca Jelanisol-Montebello. Zu dieser Zeit arbeitete er selbst als Zwischhändler für konventionell hergestelltes Obst und Gemüse. Zwei Dinge sind damals passiert, die ihn haben reflektieren lassen: Eine Freundin schenkte ihm von Bill Mollison ein Buch über Permakultur, das ihn inspirierte. Er war zu Besuch auf dem Feld in Italien und suchte im Boden verzweifelt nach Regenwürmern. Als der Landwirt ihm bestätigte, dass es keine gäbe, „weil man so etwas nicht bräuchte“, began Friedrich zu reflektieren. Eine holistische Vision: Alles ist verbundenFür Friedrich ist die Landwirtschaft kein isolierter Prozess, sondern ein Teil eines großen Ganzen. Er pflegt eine sehr holistische und philosophische Sicht auf die Welt, in der alles – vom Bodenmikrobiom bis zum Konsumenten – miteinander verbunden ist. Seine Finca ist für ihn kein reiner Produktionsort, sondern ein lebendiger Organismus, in dem Mensch und Natur in Harmonie koexistieren. Für ihn kann eine friedliche Gesellschaft kann nur entstehen, wenn wir im Einklang mit der Natur produzieren. Wenn wir es richtig machen, ist genug für alle da – wir dürfen nur nicht die Grundlagen zerstören.Einer der stärksten Antriebe für Friedrichs Arbeit ist eine tiefe Besorgnis über den Zustand unserer modernen Ernährung. Er erzählt, dass viele Lebensmittel, die wir heute konsumieren, „leer“ sind. Damit meint er Produkte aus konventioneller Landwirtschaft, die aufgrund von Pesitziden und langer Lagerung, keinerlei nennenswerten Nährwert mehr besitzen. Er folgt dem Prinzip „Gesunder Boden = Gesunder Mensch“. Nur ein lebendiger, regenerierter Boden kann Früchte hervorbringen, die den Körper wirklich nähren.Eine der ersten Dinge, die Friedrich tat, war einen großen Teich anzulegen – nicht zur Bewässerung der Finca, sondern einzig und allein für die Vögel, Frösche, Enten und Fische. Bei stärkeren Regenfällen, fließt so das Wasser ab. Den organischen Dünger stellen sie über Mikroorganismen selber her und versorgen die Bäume über Tröpfchenbewässerung kontinuierlich mit Mineralien. 

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Die Wissenschaft hinter der Süße

Wir haben Antonio von Sicilian Passion in Sizilien besucht. In einer Region, die traditionell für ihre Zitrusfrüchte bekannt ist, hat sich Antonio vor mehreren Jahren für einen anderen Weg entschieden: Er baut Maracujas (und sogar Papayas!) an.Ein wesentlicher Teil unserer Zusammenarbeit besteht in der präzisen Bestimmung des Erntezeitpunkts. Unsere Teams führen direkt im Feld Messungen des Zuckergehalts durch. Mithilfe eines Refraktometers wird der Brix-Wert ermittelt, um sicherzustellen, dass die Früchte die erforderliche physiologische Reife und das volle aromatische Profil erreicht haben. Erst bei Erreichen dieser Grenzwerte wird die Ernte begonnnen. In dem Video unten seht ihr, wie unser Kollege Angelo, diese Messungen vornimmt. Es macht großen Spaß, denn man schaut buchstäblich in die Zukunft.Reifemerkmale und EtymologieEin wichtiges Qualitätsmerkmal der Maracuja ist die Beschaffenheit der Schale. Anders als bei vielen Obstsorten gilt hier: Je ausgeprägter die Faltenbildung der Frucht, desto höher ist der Zuckergehalt. Durch die leichte Verdunstung während des Reifeprozesses konzentriert sich der Fruchtzucker im Inneren, während die Säure dezent abnimmt. Es gibt zwei Ernten pro Jahr – eine in den Wintermonate und eine in den Sommermonaten. Vor allem im Sommer, sind die Früchte „runzliger“, da die Flüssigkeit durch die Wärme schneller verdunstet.Wusstet ihr, dass der Name „Passionsfrucht“ sich von der christlichen Ikonografie ableitet. Spanische Missionare im 16. Jahrhundert interpretierten die komplexe Blütenstruktur als Symbole der Leidensgeschichte (Passion) Christi. Die Filamente der Blüte wurden mit der Dornenkrone assoziiert, die drei Narben mit den Nägeln des Kreuzes und die fünf Staubblätter mit den Wundmalen. In der Galerie findet ihr ein Bild, auf dem das sehr gut zu sehen ist.

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Blutrot und extrem lecker

Warum nicht jede Blutorange blutrot istWir waren in Sizilien und haben Danilo von AranceBio auf einem Feld getroffen, wo die Blutorangenernte ihren Höhepunkt erreicht. Man sieht die Orangen nicht nur reif an den Bäumen hängen, sondern man kann sie auch riechen. Der Himmel ist blau, die Bäume und die Wiese grün und die Orange hängen wie kleine Laternen in den Bäumen. Es ist sonnig, aber sehr frisch – auch in Sizilien ist Winter.Genau der richtige Zeitpunkt, damit die Blutorangen reifen. Nur durch das Zusammenspiel von warmen Tagen und kalten Nächten kann Anthocyan gebildet werden, der Farbstoff, der das Fruchtfleisch rot färbt. Sind die Nächte also zu warm, kann sich das Pigment nicht bilden und deine Blutorange ist vielleicht eher orange, als blutrot – aber natürlich genauso lecker.Danilo baut zwei unterschiedliche Sorten an; Moro: die etwas säuerlicher und ein tiefrotes Fleisch hat (wenn es kalt genug ist!) und Tarocco, die etwas süßer und ganz mild ist. Es ist ein bisschen wie Kindheit – wenn man ein Überraschungs-Ei öffnet. Man kann von außen nicht wissen, ob die Frucht rot oder eher orange ist.Angesichts zunehmender Trockenperioden setzt Danilo auf eine permanente Bodenbedeckung. Dieser natürliche Teppich schützt den Boden und dient als Wasserspeicher, der in Trockenzeiten wertvolles Wasser speichert – so bleibt die Natur widerstandsfähig.Wir haben natürlich auch gefragt, was wir essen sollen, wenn wir auf Sizilien sind und Danilo hat uns zwei Gerichte empfohlen: die traditionelle Pasta con le Sarde (wie soll es auch anders sein?!) und die frittierten Reiskugeln, Arancini genannt.

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