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Veröffentlicht März 2026

Diagnose: Antibiotika in unserem Essen

Antibiotika gibt’s auf Rezept aus der Apotheke …und dank der industriellen Landwirtschaft immer häufiger auch im Grundwasser, auf unseren Äckern, in unserem Essen. Dadurch wächst die Zahl multiresistenter Keime – mit fatalen Folgen für unsere Gesundheit.
 

Wenn Antibiotika plötzlich nicht mehr helfen

Antibiotika werden nicht nur bei der Behandlung von Infektionskrankheiten beim Menschen, sondern auch in der Nutztierhaltung eingesetzt. Rückstände dieser Antibiotika bleiben in Fleisch, Eiern und Milch. Wer tierische Produkte aus industrieller Landwirtschaft konsumiert, der nimmt so indirekt Antibiotika zu sich – ohne es zu wissen oder zu wollen. Aber ist das schlimm?
 
In unserem Essen haben Medikamente nichts zu suchen. Die Medikamentenrückstände in Lebensmitteln machen uns nicht gesünder, ganz im Gegenteil: Sie stellen eine Gefahr für unsere Gesundheit dar. Denn wo viele Antibiotika zum Einsatz kommen, entstehen auch öfter multiresistente Keime. Das sind Keime, bei denen mehrere Antibiotikagruppen nicht mehr wirken. In Deutschland sterben schon jetzt jedes Jahr 15.000 Menschen an solchen Keimen.
 

In der konventionellen Tierzucht wird Antibiotika auch schon mal vorbeugend ins Futter gemischt.

Die Antibiotika-Flut in unseren Ställen

Auf einem konventionellen Hühnerhof werden bis zu 100.000 Hühner auf engstem Raum gehalten. Da breiten sich Krankheitserreger und Parasiten in Windeseile aus. In manchen konventionellen Betrieben wird daher den Tieren sogar vorbeugend Antibiotika unters Futter gemischt – über 1.000 Tonnen davon jedes Jahr in Deutschland insgesamt. Das ist laut BUND 40 Mal mehr Antibiotika als in deutschen Krankenhäusern zum Einsatz kommt.
 
Und selbst dort, wo Antibiotika nicht vorbeugend, sondern “nur” im Krankheitsfall zum Einsatz kommt, begünstigt die industrielle Landwirtschaft die Antibiotika-Flut: Denn das Hochleistungs-Tierfutter ist so zusammengesetzt, dass die Tiere möglichst schnell möglichst viel Fett ansetzen. Innerhalb von nur 35 Tagen soll ein Küken 20 Kilo wiegen. Das geht zu Lasten der Gesundheit. Die einseitige Ernährung der Tiere verhindert gleichzeitig, dass sie ein intaktes Immunsystem ausbilden können – sie werden schneller krank.
 

Wie multiresistente Keime entstehen

Jedes Antibiotikum tötet gezielt bestimmte Bakterien, vorausgesetzt es wird richtig dosiert und lange genug verabreicht. In der Praxis bleiben aber häufig Keime zurück, die sich an das Antibiotikum gewöhnen, dagegen resistent werden. Geschieht das mit mehreren Antibiotikagruppen, kann ein multiresistenter Keim entstehen, gegen den kein Medikament mehr etwas ausrichten kann. Diese Keime vermehren sich ungehindert und explosionsartig, gerade dort, wo durch regelmäßigen Einsatz von Antibiotika andere Keime kaum noch vorkommen.
 
Wenn über Keime gesprochen wird, die gegen Antibiotika immun sind, ist häufig von MRSA die Rede. Während diese Keime in der Vergangenheit fast nur in Krankenhäusern und auf Grund von mangelnder Hygiene auftraten, stammen sie mittlerweile immer häufiger auch aus der Landwirtschaft: MRSA sind besonders dort verbreitet, wo es intensive Landwirtschaft mit vielen Tieren auf engem Raum gibt.
 

Gülle ist ein Weg, wie Medikamentenrückstände aus dem Stall in die Nahrungskette gelangen.

Die Keime bleiben nicht im Stall

Die multiresistenten Erreger gelangen auf verschiedenen Wegen in den menschlichen Organismus: über die Luft, den Boden und das Wasser. Je höher die Viehdichte in einem Stall, desto höher ist auch die Konzentration von Keimen in der Umgebungsluft. Ein weiterer Risikofaktor ist die Gülle der Tiere, die auf den Feldern als Dünger verteilt wird. Eine Greenpeace-Studie hat jüngst in mehr als der Hälfte der untersuchten Gülleproben multiresistente Keime nachgewiesen. Über den Boden gelangen die Bakterien entweder direkt in unsere pflanzlichen Lebensmittel von diesen Äckern oder ins Grundwasser. Noch können Kläranlagen multiresistente Keime und Arzneimittelrückstände nicht zu 100% entfernt werden.
 

Eine konkrete Gefahr für den Menschen

Statistisch gesehen trägt bereits einer von Hundert Deutschen multiresistente Keime in sich. Auf dem Land, in der Umgebung von Masttieranlagen, ist die Konzentration von MRSA aber wesentlich höher. In einer Studie in Niedersachsen waren etwa 25 Prozent der Personen, die Kontakt mit lebenden Nutztieren hatten, mit MRSA besiedelt. In den Niederlanden gelten daher alle, die in der industriellen Nutztierhaltung arbeiten, als Risikopatienten.
 
Je mehr sich multiresistente Keime ausbreiten, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen an Infektionskrankheiten sterben, weil ihnen kein Antibiotikum mehr helfen kann. Eigentlich harmlose Krankheiten wie Harnwegsinfektion könnten wieder tödlich verlaufen.
 

Reserveantibiotika: Retter in der Not

Für den Fall, dass herkömmliche Antibiotika nicht mehr wirken, gibt es sogenannte Reserveantibiotika. In der Humanmedizin werden sie nur eingesetzt, wenn es um Leben und Tod geht. Diese Notfallmedikamente kommen aber auch in der Tiermast zum Einsatz – immer, wenn es schnell gehen muss. Herkömmliche Antibiotika wirken nämlich erst nach einigen Tagen. Reserveantibiotika wirken sofort.
 
Die industrielle Massentierhaltung ist auf Effizienz ausgelegt. Die Tiere werden von der künstlichen Besamung bis zur Schlachtung nach einem festen Zeitplan gezüchtet. Jeder Krankheitstag bedeutet einen finanziellen Verlust. So garantieren die Reserveantibiotika der Massentierhaltung ihren Profit. Und obwohl die Gefahren allgemein bekannt sind, ist ihr Einsatz vollkommen legal und an der Tagesordnung.
 

Damit die Wirkung von Antibiotika erhalten bleibt, muss ihr Einsatz drastisch gesenkt werden.

Die Wirkung von Antibiotika erhalten

Die Frage ist: Was machen wir, wenn auch die Reserveantibiotika nicht mehr wirken? Ärzte warnen davor, dass immer mehr Antibiotika ihre Wirkung verlieren. Nicht selten müssen Ärzte mehrere Reserveantibiotika verabreichen, bis die Infektion endlich bekämpft wird. Schon heute sterben Menschen, weil sie Infektionen haben, gegen die kein Antibiotika mehr hilft. Um zu verhindern, dass immer mehr Keime resistent werden, muss der Einsatz von Antibiotika zurückgeschraubt werden. Nicht nur beim Hausarzt und im Krankenhaus, sondern auch in unseren Ställen. Experten fordern daher, den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung strenger zu regulieren. In Dänemark wurde so die Senkung multiresistenter Keime erreicht.
 

Es geht auch ohne

Die biologische Tierhaltung ist nur selten von multiresistenten Keimen betroffen. Denn Tiere, die ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden, sind weniger anfällig für Krankheiten. Während Schweine in industriellen Mastanlagen auf sterilen Spaltböden gehalten werden, sind die Ställe auf Bio-Höfen mit Stroh ausgelegt. Darin befinden sich Keime und Bakterien, die sich gegenseitig im Zaum halten. Eine ballaststoffreiche Ernährung aus Stroh und Gras unterstützt die Tiere außerdem dabei, ein gesundes Immunsystem zu entwickeln.
 
Trotzdem werden natürlich auch Tiere auf Bio-Höfen krank. Aber wie beim Menschen auch, muss nicht jede Infektion sofort mit Antibiotika behandelt werden. Antibiotika kommen hier nur in Ausnahmefällen zum Einsatz, daher ist auch die Wahrscheinlichkeit geringer, dass multiresistente Keime entstehen.
 

Wir haben die Wahl

Wer Milch und Eier direkt vom Erzeuger kauft, kann sich selbst schlau machen und nachfragen: Wie leben die Tiere im Stall? Was passiert, wenn die Sommergrippe im Stall ausbricht? Wer Bescheid weiß, wie seine Lebensmittel hergestellt wurden, kann viel entspannter genießen. Essen darf keine Risikoveranstaltung sein.
 
Von Alina Stöver, Studentin der Politikwissenschaft und Assistentin in der Kommunikationsabteilung bei Marktschwärmer. Alina liebt gutes Essen und hat dieses Jahr ihren ersten eigenen Gemüsegarten angelegt. Mit ihrem Studium und ihrer Arbeit setzt sie sich für eine nachhaltige Zukunft ein.

Geschrieben von foodassemblyde

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Zitrus und Nährstoffe

Die vielfältige Welt der Zitrusfrüchte und ihrer NährstoffeZitrusfrüchte umfassen alle Fruchtarten, die zur Gattung Citrus gehören und sich durch ihren charakteristischen süß-sauren Geschmack sowie ihre außergewöhnlichen ernährungsphysiologischen Eigenschaften auszeichnen. Diese saftigen Früchte werden überwiegend in subtropischen und tropischen Regionen angebaut, passen sich jedoch an und gedeihen in nahezu allen Regionen der Welt innerhalb des 40°-Breitengrades – in Europa wären dies Spanien, Italien und Griechenland. Diese weite Verbreitung und Anpassungsfähigkeit haben dazu geführt, dass Zitrusfrüchte zu den weltweit am meisten produzierten und vermarkteten Obstkategorien zählen. Die „Odyssee“ der ZitrusfrüchteDie Geschichte der Zitrusfrüchte erstreckt sich über zahlreiche Kulturen und Epochen. Der griechischen Mythologie zufolge waren die Gärten der Hesperiden mit goldenen Äpfeln bevölkert – heute wissen wir, dass damit Orangen gemeint waren. Im alten China galten sie bereits ab 2200 v. Chr. als Symbole des Wohlstands. Entlang der Seidenstraße lag ihr Wert vor allem in der Vorbeugung von Skorbut.Die Gattung Citrus umfasst nicht nur Orangen, sondern auch Mandarinen, Zitronen, Limetten, Grapefruits und weitere weniger bekannte Sorten. Sie alle teilen einen gemeinsamen Ursprung in Südostasien, genauer gesagt in der Himalaya-Region. Ihre Domestizierung führte zu einem komplexen genetischen Netzwerk, das ihre Ausbreitung vorantrieb.Limetten und Bitterorangen sollen ihren Ursprung jeweils im Osten und Norden Indiens haben, während Zitronen möglicherweise eine Kreuzung aus Zitronatzitrone und Mandarine sind. Süßorangen stammen vermutlich aus Südostchina und wurden von den Römern nach Europa gebracht. Mandarinen gelangten entlang des Jangtse nach Japan, und Grapefruits etablierten sich rasch auf der Malaiischen Halbinsel.Auch wenn es schwierig ist, ihren Weg genau nachzuzeichnen, liefern Genomik und Biogeografie wertvolle Erkenntnisse – sowie eine spannende Geschichtsstunde. Ein ernährungsphysiologischer SchatzNeben Zuckern wie Glukose und Fruktose sind Zitrusfrüchte unsere wichtigste Quelle für Vitamin C, insbesondere im Winter. Diese Werte sind bei Orangen in der Regel höher als bei Mandarinen und bei ökologisch erzeugten Früchten deutlich höher, je nach Sorte um 15 bis 30 %. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass Orangensaft nur etwa 25 % des im ganzen Fruchtfleisch enthaltenen Vitamin C liefert.Vitamin C ist jedoch nicht der einzige ernährungsphysiologische Vorteil von Zitrusfrüchten. Sie sind außerdem eine hervorragende Quelle für Carotinoide, Xanthophylle und Flavonoide, die den Zitrusfrüchten ihre charakteristische orange – oder bei Blutorangen sogar rote – Farbe verleihen und zugleich als starke Antioxidantien sowie als Vorstufen von Vitamin A wirken. Weitere Nährstoffe in Zitrusfrüchten sind Folsäure, Kalium, Calcium und Magnesium, die für die Herz-Kreislauf- und Knochengesundheit sowie für die Muskelfunktion unerlässlich sind.Darüber hinaus weist jede Zitrusart eigene ernährungsphysiologische Besonderheiten auf: So sind Limetten und Zitronen besonders reich an Zitronensäure und Vitamin C, während Grapefruits eine beachtliche Menge an Vitamin A liefern. Die unzähligen Arten und Sorten von ZitrusfrüchtenDie Beliebtheit moderner Sorten, die eine höhere Rentabilität bieten, besser an Marktanforderungen und Umweltbedingungen angepasst sind und eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge aufweisen, verdrängt nach und nach traditionelle und einheimische Sorten. Unter den wichtigsten derzeit auf dem Markt verfügbaren Zitrusarten und -sorten sind unter anderem folgende hervorzuheben: Orangen (Citrus sinensis)Navelina: Diese Sorte gehört zu den frühesten Navelorangen der Saison und ist in der Regel ab November erhältlich. Navelinas sind an ihrem kleinen „Nabel“ (oder „Bauchnabel“) zu erkennen und bekannt für ihre Süße, ihren geringen Säuregehalt und ihre Saftigkeit. Sie sind meist zwischen Dezember und Januar verzehrreif. Navel de Foyos: Sie sind saftig und weisen ein gutes Gleichgewicht zwischen Süße und Säure auf. Ihre Schale ist dick und leicht zu schälen, und sie besitzen den charakteristischen „Nabel“ der Navelorangen. Die Erntesaison der Navel de Foyos beginnt in der Regel im November und dauert bis Januar. Fukumoto: Ebenfalls eine frühe Navelsorte, bekannt für ihre kleine bis mittlere Größe und ihre leuchtend orange Farbe. Sie hat einen überwiegend süßen Geschmack und eine saftige Textur, mit einer dünnen Schale, die das Schälen erleichtert. Die Erntezeit von Fukumoto liegt meist zwischen Oktober und Dezember. Navel Powell: Diese Sorte zeichnet sich durch ihre große Größe und ihren etwas süßeren Geschmack aus. Ihre Schale ist etwas dicker als bei anderen Navelsorten, was zu einer längeren Haltbarkeit beiträgt. Die Erntesaison der Navel Powell liegt in der Regel zwischen Februar und April. Washington Navel: Wahrscheinlich die bekannteste und am weitesten verbreitete Navelsorte. Sie zeichnet sich durch ihre große Größe, Saftigkeit sowie ein ausgewogenes Verhältnis von Süße und Säure aus. Ihre Schale ist dick und leicht zu schälen, und sie besitzt einen ausgeprägten „Nabel“. Die Ernte beginnt im November und kann bis März andauern. Navel Lane Late: Eine späte Navelsorte, die vom Frühjahr bis zum Frühsommer geerntet wird. Diese Orangen sind groß, saftig und haben ein ausgewogenes Aroma, das etwas süßer ist als bei anderen Navelorangen. Sie eignen sich ideal für den Frischverzehr und behalten ihre Qualität über einen längeren Zeitraum. Ihre Saison liegt zwischen März und April. Salustiana: Bekannt für ihren hohen Saftgehalt und ihren süßen Geschmack. Salustiana-Orangen haben eine dünne Schale und lassen sich leicht schälen. Diese Sorte ist weniger säurehaltig als andere Orangen und wird von Mitte Winter bis zum Frühjahr geerntet, etwa von Januar bis März. Valencia Midnight: Eine Variante der Valencia-Orange, die später in der Saison reift und einen reichhaltigen, süßen Saft liefert, der sich ideal für die Saftherstellung eignet. Ihre Erntesaison reicht von April bis Mai. Valencia Late: Eine weitere späte Variante der bekannten Valencia-Orange, die sich durch ihre große Größe auszeichnet. Ihre Erntesaison reicht von April bis Juli und macht sie zu einer der letzten Orangen, die in jeder Saison auf dem Markt erhältlich sind. Tarocco: Eine der beliebtesten Sorten von Blutorangen. Tarocco wird für ihr charakteristisch rötliches Fruchtfleisch und ihr süßes Aroma mit Beerennoten geschätzt. Sie ist reich an Antioxidantien, insbesondere an Anthocyanen, die ihr die rote Farbe verleihen. Die Erntesaison dauert von Januar bis Mai. Moro: Eine weitere herausragende Blutorangensorte, berühmt für ihre intensiv rote Farbe sowohl im Fruchtfleisch als auch in der Schale. Sie ist in der gehobenen Küche sehr geschätzt. Ihr Geschmack ähnelt dem der Tarocco, mit einer leichten Säurenote. Diese Sorte ist bekannt für ihren hohen Gehalt an Anthocyanen, den Pigmenten, die für ihre charakteristische Farbe und antioxidative Wirkung verantwortlich sind. Die Erntesaison der Moro umfasst die Monate Januar und Februar. Mandarinen (Citrus reticulata)Gold Nugget: Die Gold-Nugget-Mandarine, benannt nach ihrer rauen Schale – die ihr das unperfekte Aussehen verleiht, das wir so schätzen – und ihrer goldenen Farbe, wird wegen ihrer Süße und Saftigkeit mit einem Hauch von Säure geschätzt. Die Schale ist etwas dicker, lässt sich aber dennoch leicht schälen. Die Erntesaison ist spät, beginnt meist im März und kann bis Ende Mai andauern. Satsuma: Ursprünglich aus Japan stammend, ist die Satsuma eine kernlose Mandarine, sehr süß und saftig, mit einem höheren Säuregehalt als andere Mandarinen und Clementinen. Ihre grünliche Schale ist etwas dicker, aber leicht zu schälen. Die Erntesaison der Satsuma ist früh und beginnt im Herbst (etwa von Oktober bis Dezember), wodurch sie zu den ersten Zitrusfrüchten des Jahres zählt. Tango: Die Tango-Mandarine ist eine sehr beliebte und hochwertige Sorte aus Kalifornien. Sie ist kernlos und zeichnet sich durch einen hervorragenden Geschmack mit intensiver Süße aus. Die Schale ist dünn, glatt, leuchtend orange und leicht zu schälen. Ihre Saison beginnt im Januar und dauert bis April. Nardocot: Diese ursprünglich aus Marokko stammende Sorte zeichnet sich durch ihre mittlere Größe und ihre dünne, leicht schälbare Schale aus. Nadorcott hat den Vorteil, lange am Baum haltbar zu sein, wodurch sich die Erntesaison verlängern lässt. Zudem ist sie widerstandsfähig gegen Alternanz, was bedeutet, dass sie Jahr für Jahr gute Erträge liefert. Wie die Sorte Tango wird sie zwischen Januar und April geerntet. Clemenvilla: Auch als Nova bekannt, zeichnet sie sich durch eine hervorragende Saftqualität und einfache Schäleigenschaften aus. Clemenvilla-Mandarinen sind größer als gewöhnliche Clementinen und haben eine leicht längliche Form. Ihre Erntesaison reicht von Mitte Winter bis zum frühen Frühjahr, etwa von Dezember bis März. Orogros: Mittelgroß bis groß, mit einer Schale, deren Farbe von Gelb bis Orange variiert. Ihr Geschmack ist eine ausgewogene Mischung aus Süße und Säure. Die Schale ist etwas dicker als bei gewöhnlichen Mandarinen, aber dennoch leicht zu schälen. Die Erntesaison der Orogros liegt meist zwischen Januar und März. Tardivo di Ciaculli: Diese aus Sizilien (Italien) stammende späte Sorte ist bekannt für ihren außergewöhnlich süßen Geschmack und ihr intensives Aroma. Tardivo di Ciaculli hat eine dünne Schale und eine leicht abgeflachte Form, mit einer späteren Erntesaison als andere Mandarinen, in der Regel von Ende Februar bis April. Ortanique: Die Sorte Ortanique stammt aus Jamaika; ihr Name setzt sich aus „OR“ (Orange), „TAN“ (Tangerine/Mandarine) und „IQUE“ (einzigartig) zusammen und weist darauf hin, dass es sich um eine Hybride aus Mandarine und Orange handelt. Sie sind mittelgroß bis groß, leicht abgeflacht und haben einen hohen Saftgehalt von intensiver orangefarbener Farbe. Ihre Saison liegt zwischen Februar und März. Orri: Die Orri-Mandarine ist eine relativ neue und sehr hochwertige Sorte aus Israel. Sie zeichnet sich durch einen außergewöhnlich süßen Geschmack und einen niedrigen Säuregehalt aus, was sie zu einer der attraktivsten Sorten auf dem Markt macht. Orri hat eine dünne, glänzende Schale, lässt sich leicht schälen und enthält nur wenige oder gar keine Kerne. Die Erntesaison der Orri ist im März. Clementinen (Citrus × clementina)Clementinen, die häufig als eine Art Mandarine betrachtet werden, sind in der Regel etwas süßer, dünnschaliger und etwas kleiner als Mandarinen.Clemenules: Diese Clementinen haben einen ausgeprägt süßen Geschmack und sind daher besonders für den Frischverzehr beliebt. Ihre Schale ist dünn und leicht zu schälen. In Bezug auf die Größe sind sie meist größer als gewöhnliche Clementinen. Die Erntesaison der Clemenules dauert von November bis Ende Dezember. Gewöhnliche Clementine: Diese Sorte ist die traditionellste und bekannteste unter den Clementinen. Sie zeichnet sich durch ihre kleine bis mittlere Größe, ihre leuchtend orangefarbene Schale und ihre leichte Schäleigenschaft aus. Die gewöhnliche Clementine bietet ein perfektes Gleichgewicht zwischen Süße und Säure und eignet sich sowohl für den Frischverzehr als auch für die Saftherstellung. Ihre Erntesaison reicht in der Regel von November bis Januar. Tangold: Auch als Seedless Tango bekannt, handelt es sich um eine kürzlich entwickelte kernlose Sorte. Sie zeichnet sich durch ihre intensive orange Farbe sowohl in der Schale als auch im Fruchtfleisch aus. Ihr Geschmack ist süß, mit einer saftigen und festen Textur. Die Schale ist leicht zu schälen, und die Größe ist mittel. Die Erntesaison der Tangold liegt meist vom Spätwinter bis zum frühen Frühjahr, etwa von Februar bis April. Caffin: Eine frühe Sorte, bekannt für ihre geringe Größe und leicht längliche Form, mit einem guten Gleichgewicht zwischen Süße und Säure. Ihre Erntesaison ist früh und beginnt im Oktober und reicht bis Dezember. Oronules: Die Oronules-Clementine gehört zu den ersten, die auf den Markt kommen, da sie zu den frühesten Sorten zählt, die ihren optimalen Reifegrad erreichen. Sie ist klein, hat eine attraktive rötlich-orange Farbe und ist wenig säurehaltig. Ihre Schale ist sehr dünn und daher leicht zu schälen. Ihre Saison reicht von Oktober bis Ende November. Korsika oder „Fine de Corse“: Die korsische Clementine, die von der französischen Insel Korsika stammt, ist eine Sorte, die wegen ihrer außergewöhnlichen Qualität sehr geschätzt wird. Sie zeichnet sich durch einen intensiv süßen Geschmack aus. Sie hat eine dünne Schale und einen hohen Saftgehalt. Korsische Clementinen sind auf den europäischen Märkten sehr gefragt; ihre Ernte- und Vermarktungssaison beginnt in der Regel im November und kann bis Ende Dezember andauern. Zitronen (Citrus limon)Verna: Diese Zitronensorte ist typisch für Spanien und hat einen späten Produktionszyklus. Sie ist groß, hat eine dicke Schale und ist sehr saftig. Sie ist weniger sauer als andere Sorten und wird häufig für die Saftherstellung verwendet. Sie wird hauptsächlich im Frühjahr und Sommer geerntet, was bedeutet, dass ihre Verfügbarkeit zwischen April und August am höchsten ist. Fino oder Primofiori: Auch als gewöhnliche oder Mesero-Zitrone bekannt, ist sie eine der weltweit am häufigsten angebauten Sorten. Sie zeichnet sich durch ihre dünne Schale und ihren hohen Saftgehalt mit einem perfekten Gleichgewicht zwischen Säure und Süße aus. Sie wird in der Regel vom Herbst bis zum frühen Frühjahr geerntet, mit einer Hochphase zwischen Oktober und März. Femminello: Ursprünglich aus Italien stammend, ist sie eine der wertvollsten und am weitesten verbreiteten Sorten im Mittelmeerraum. Sie ist bekannt für ihren hohen Gehalt an ätherischen Ölen in der Schale, was sie ideal für die Herstellung von Limoncello und anderen aromatisierten Produkten macht. Diese Zitrone hat einen klassisch säuerlichen Geschmack, eine dünne Schale und eine leicht längliche Form. Ihre Saison erstreckt sich über den größten Teil des Jahres. Grapefruit (Citrus paradisi)Rio Red: Diese aus Texas stammende Grapefruit ist bekannt für ihren süßen und leicht säuerlichen Geschmack. Die Erntesaison der Rio Red reicht vom Spätherbst bis zum Frühjahr und macht sie in diesem Zeitraum zu einer der begehrtesten Grapefruits. Star Ruby: Die Star Ruby besitzt das röteste Fruchtfleisch aller Grapefruitsorten. Sie ist bekannt für ihre Saftigkeit und Süße und enthält weniger Kerne. Ihre Erntesaison ist ähnlich der der Sorten Ruby Red und Rio Red. Weitere Zitrusarten und -sortenLimette (Citrus aurantiifolia) Bekannt für ihren weniger säuerlichen und eher floralen Geschmack, sind Limetten kleiner und grün. Sie werden häufig in Getränken und Cocktails sowie in Rezepten verwendet, die eine milde Zitrusnote erfordern. In der Regel ist die beste Zeit, frische Limetten zu finden, etwa von Juni bis September.Buddhas Hand (Citrus medica var. sarcodactylis) Diese Frucht ist aufgrund ihrer ungewöhnlichen fingerartigen Form sehr auffällig. Sie enthält weder Saft noch Fruchtfleisch, doch ihre Schale ist sehr aromatisch und wird hauptsächlich zum Parfümieren sowie als Dekoration in Gerichten und Getränken verwendet. Sie ist in der Regel im Herbst und Winter erhältlich, von Oktober bis Februar.Yuzu (Citrus junos) Ursprünglich aus Asien stammend, ist Yuzu sehr aromatisch und weniger sauer als herkömmliche Zitronen. Sein Geschmack ist eine komplexe Mischung aus Zitrone, Mandarine und Grapefruit. Er wird in der japanischen Küche широко verwendet, sowohl der Saft als auch die Schale. Hauptsaison ist zwischen Herbst und frühem Winter. Geerntet wird er vom Spätwinter bis zum Frühsommer, von Februar bis Juni.Zitronenkaviar oder „Fingerlime“ (Citrus australasica) Diese australische Sorte ist bekannt für ihre kleinen Vesikel im Inneren, die an Kaviar erinnern. Diese „Perlen“ platzen im Mund und setzen einen säuerlichen und erfrischenden Geschmack frei. Sie ist eine beliebte Zutat in der gehobenen Küche. In der Regel ist sie in den wärmeren Monaten des Jahres erhältlich, also etwa vom Frühjahr bis zum Ende des Sommers, ungefähr von April bis September.Kumquat (Fortunella spp.) Die Kumquat ist eine kleine, ovale Frucht, die ganz gegessen wird, einschließlich der Schale, die süß ist, während das Fruchtfleisch sauer schmeckt. Sie ist beliebt in Marmeladen, Kompotten und als kandierte Frucht. Ihre Saison beginnt im Winter und dauert bis zum frühen Frühjahr, von November oder Dezember bis März oder April.Lemonquat (Citrus × floridana) Eine Kreuzung aus Kumquat und Zitrone, die die Größe einer Kumquat hat, aber die charakteristische Form und den Geschmack einer Zitrone aufweist. Sie kann ganz gegessen werden und eignet sich ideal für Marmeladen oder Desserts. Ihre Verfügbarkeit ähnelt der der Kumquat und liegt hauptsächlich im Winter und frühen Frühjahr, etwa von November bis April.

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Enttäuschende COP

Die COP30, die vom 10. bis 22. November 2025 in Belém (Brasilien) stattfand, hätte ein Wendepunkt sein sollen. Zehn Jahre nach dem Pariser Abkommen und angesichts einer sich dramatisch zuspitzenden Erderwärmung war das Ziel klar: von Versprechen zur Umsetzung übergehen. Doch erneut prallten die Erwartungen auf die Realität eines diplomatischen Prozesses, der kurz vor der Blockade steht.„Genug geredet, jetzt muss gehandelt werden“, warnte der brasilianische Präsident Lula zur Eröffnung. Fünfzehn Tage und dreißig COP später: Wo stehen wir? Was passiert istIn der COP30 konzentrierten sich die Verhandlungen auf zentrale Themen: Anpassung für verletzliche Länder, Klimafinanzierung und – lange erwartet – ein Bekenntnis zum Ausstieg aus fossilen Energien.Der endgültige Text, „Mutirão“ genannt (aus den Tupi-Guaraní-Sprachen und bezeichnet eine Gemeinschaft, die gemeinsam eine Aufgabe bewältigt), erhielt breite, aber kritisch begleitete Unterstützung. Er fordert „Anstrengungen zur Verdreifachung der Anpassungsfinanzierung bis 2035“, jedoch ohne feste Beträge oder verbindliche Zeitpläne. Zudem fehlt ein verpflichtender Fahrplan für den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas – mangels Konsens. EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra fasste das Ergebnis mit deutlichen Worten zusammen: „Dieser Text entspricht in keiner Weise der notwendigen Ambition im Bereich der Minderung.“Mit anderen Worten: Die COP30 ist nicht vollständig gescheitert. Sie hat bestehende Zusagen nicht aufgehoben, aber sie hat die entscheidende Gelegenheit verpasst, diese im Kontext der Klimanotlage zu stärken. Warum wir unzufrieden bleibenNach dreißig Klimakonferenzen entsteht der Eindruck, dass wir dieselben Prozesse immer wieder durchlaufen und dennoch jedes Mal auf ein anderes Ergebnis hoffen.Jede COP präsentiert große Ambitionen und starke Reden… um schließlich in einem „vorsichtig formulierten“ Text zu enden, der ein vollständiges Scheitern vermeiden soll und das Multilateralismus-System schützt. Die wichtigsten Entscheidungen werden verschoben, verwässert oder unverbindlich formuliert.Für Landwirte, kleine Erzeuger und die Gemeinschaften, die für ein faires, transparentes und widerstandsfähiges Ernährungssystem arbeiten, wirft das Fragen auf. Die Appelle zum „Handeln“ häufen sich, doch wer handelt tatsächlich? Wer vollzieht strukturelle Veränderungen jenseits von Berichten und TV-Debatten? Wieder einmal setzt sich die Form (Reden, Bilder, Inszenierung) gegenüber dem Inhalt (verbindliche Maßnahmen, Mittel, Umsetzung) durch.Unser Sektor – Landwirtschaft, faire Ernährungssysteme und kurze Lieferketten – erwartete klare Impulse: einen glaubwürdigen Ausstieg aus fossilen Energien und chemischen Inputs, um Ressourcen für die agrarökologische Transformation freizusetzen; sowie die Anerkennung, dass Biodiversität und Bodengesundheit unverzichtbare Grundlagen einer widerstandsfähigen Zukunft sind.Doch die COP30 zeigt erneut, dass das internationale diplomatische Modell in Kompromissen, kleinen Fortschritten und Unklarheiten gefangen bleibt. Fazit: Sollten wir noch an die COPs glauben?Ja – der Rahmen bleibt wichtig, und es gibt keine glaubwürdige Alternative zum Multilateralismus. Aber wir müssen realistisch sein: Seit Jahren erleben wir denselben Zyklus – angekündigte Ambitionen → lange Verhandlungen → polierter, aber schwacher Text → Verschiebung der Entscheidungen. Immer dasselbe zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten, ist nicht mehr tragbar.Es ist an der Zeit, verbindliche und überprüfbare Ziele sowie eine schnelle Umsetzung der Verpflichtungen in den Bereichen Böden, Ernährung und Biodiversität einzufordern. Sonst bleiben wir Zuschauer eines Theaters, das Stillstand grün bemalt.Gleichzeitig bauen Regionen, Landwirte, kleine Höfe und engagierte Verbraucher bereits an der Alternative. Die eigentliche Frage ist nicht mehr, was zu tun ist, sondern wie schnell wir es tun können. Werden wir in der Lage sein, diese Lösungen schneller umzusetzen als die Klimafolgen voranschreiten? Das ist das Rennen, in dem wir uns befinden.

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