Du möchtest mehr erfahren?

Schreib uns einfach eine  E-Mail.

CrowdFarming

6 min

Veröffentlicht März 2026

Landwirte-Befragung 2025

Bei CrowdFarming geht unsere Mission weit über das Angebot nahrhafter Bio-Lebensmittel für europäische Konsumenten hinaus; denn letztendlich arbeiten wir vor allem für die Landwirte. Unser Ziel ist es, die systemischen Probleme zu lösen, mit denen sie im Direktvertrieb konfrontiert sind, damit sie sich auf das konzentrieren können, was wirklich zählt: die Landwirtschaft. Da unsere Landwirte unter dem steigenden Druck von Inflation, unvorhersehbarem Wetter, globalen geopolitischen Ereignissen und anderen Herausforderungen stehen, ist es unerlässlich, dass wir die richtigen Fragen stellen, um Schritt zu halten und ihnen die passende Unterstützung zu bieten.

Dafür ist unsere jährliche Landwirte-Befragung da. Sie ist unsere Chance, ihnen all die schwierigen Fragen zu stellen. Aber das ist nicht nur für uns interessant. Die Bedürfnisse der Landwirte und die Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen, zu verstehen, gehört dazu, wenn man ein bewusster Bürger sein will. Es ist essenziell, um weiterhin ein besseres Lebensmittelsystem für alle aufzubauen. Hier ist also der Brief, den wir ihnen zusammen mit den ungefilterten Ergebnissen der Umfrage geschickt haben. Einiges macht uns stolz, anderes gibt uns das Gefühl, noch nicht genug zu tun. Wir legen alles offen, denn wir glauben, dass es immer besser ist, etwas unvollkommen zu tun, als gar nichts zu tun.


Liebe Landwirte,

vor einigen Monaten haben wir euch in unserer jährlichen Umfrage gebeten, eure Erfahrungen mit CrowdFarming zu teilen. Wir wissen, dass eure Zeit kostbar ist, die Tage auf den Feldern lang sind und das Ausfüllen von Formularen das Letzte ist, was man am Ende eines Tages tun möchte.

Deshalb möchten wir uns ganz herzlich bei allen bedanken, die sich die Mühe gemacht haben zu antworten. Ihr habt deutlich gemacht, dass die aktuelle Umfrage zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Unsere erste Zusage ist daher, sicherzustellen, dass das Feedback in Zukunft viel schneller und einfacher möglich ist. Eure Stimme ist unser wichtigster Kompass für Verbesserungen.

Nach der Analyse der diesjährigen Antworten sehen wir genau, was funktioniert – aber noch wichtiger: wo wir euch enttäuschen und was ihr von uns braucht.

1. Was funktioniert: Stabilität in unsicheren Zeiten

In einem Jahr, das von Inflation und extremen Wetterereignissen geprägt war, sind wir erleichtert zu sehen, dass der Kern unseres Modells weiterhin Mehrwert bietet:

  • Einkommen und Preisgestaltung: 59 % der Befragten konnten eine Steigerung ihres Einkommens verzeichnen, wobei die Mehrheit dieses Wachstum CrowdFarming zuschreibt.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: 58,4 % bevorzugen unser Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber anderen Alternativen.
  • Stabilität: Besonders wichtig ist, dass kein einziger Landwirt das Gefühl hatte, die Preise seien bei uns in diesem Jahr instabiler gewesen als auf anderen Vertriebswegen.

Wie ein Kollege es ausdrückte:

"Das Patenschaftsmodell gibt einem Sicherheit; man weiß, dass ein Teil der Ernte bereits vor Saisonbeginn verkauft ist, und man kennt den Preis im Voraus."

2. Eure größten Sorgen (und unser Aktionsplan)

Ihr habt sehr ehrlich über die Dinge gesprochen, die euch Zeit, Rentabilität und Energie rauben. Wir haben uns das zu Herzen genommen und arbeiten an konkreten Lösungen für eure drei Hauptanliegen:

 

Bürokratie und Zahlungstransparenz

Ihr habt uns rückgemeldet, dass das Nachvollziehen von Rechnungen und Auszahlungszyklen oft einem Balanceakt gleicht. Um diese administrative Last zu verringern, führen wir in diesem Jahr mehrere Änderungen ein:

  • Vereinfachte Auszahlungen: Ein neues, optimiertes System sorgt dafür, dass die Rechnungsstellung kein Rätsel mehr ist und Zahlungen auf einen Blick klar verständlich sind.
  • Neuer Bereich für Landwirte mit vollständiger Rückverfolgbarkeit: Keine Grauzonen mehr. Ihr habt volle Einsicht in den Status eurer Produkte ab dem Moment, in dem sie den Hof verlassen – egal, ob sie auf dem Weg zu einem Logistikzentrum (CrowdLog) oder direkt zum CrowdFarmer nach Hause sind.
  • AgriFactu-Integration: Um den externen Papierkram zu bewältigen, haben wir AgriFactu integriert. Dies vereinfacht das Hochladen von Auszahlungen in das „One-Stop-Shop“-System (OSS) und erfüllt die Anforderungen an die elektronische Rechnungsstellung ohne Mehraufwand.

Logistische Probleme

Verzögerungen bei der Abholung und mangelhafte Kommunikation mit den Kurierdiensten sind nach wie vor kritische Schwachstellen, die eure Planung und die Frische der Produkte beeinträchtigen. Wir machen hier einen bedeutenden operativen Sprung:

  • Mehr Kontrolle durch CrowdSender: Wir haben CrowdSender zu einem Lagerverwaltungssystem (WMS) weiterentwickelt. Es ist bereits in unserem Lager in Museros und an zwei externen Standorten im Einsatz und ermöglicht uns eine deutlich präzisere Kontrolle der Rückverfolgbarkeit.
  • Bessere Versandoptionen: Wir binden kontinuierlich neue Transportdienstleister an, um einen besseren Service zu gewährleisten. Zudem entwickeln wir neue Funktionen für CrowdSender, um die Kommunikation zu verbessern und verpasste Übergaben zu vermeiden.
  • Neugestaltung der Kundenseite: Wir überarbeiten den Bestellbereich für Kunden, um deren Nutzererfahrung klarer zu gestalten. Dies wird die Anzahl der Rückfragen und Frustrationen, die gelegentlich an euch weitergegeben werden, direkt reduzieren.

Sichtbarkeit für alle

Kleinere oder neuere Produzenten haben oft das Gefühl, dass es schwierig ist, sich neben größeren Projekten zu behaupten. Wir gehen dieses Problem von zwei Seiten an:

  • Eine fairere, übersichtlichere Website: Statt eines riesigen, unübersichtlichen Schaufensters führen wir verbesserte Suchfunktionen sowie detaillierte Kategorien und Unterkategorien mit mehr Filtern ein. Das bedeutet, dass Kunden genau das finden, was sie suchen, und eure Projekte in kleineren, faireren Bereichen sichtbarer werden.
  • Social Media und Blog (weniger Masse, mehr Geschichten): Wir möchten eurer Arbeit ein Gesicht geben und eure Geschichten hervorheben, nicht nur eure Erträge. Wir ermutigen euch, uns Neuigkeiten, Herausforderungen aus dem Feld oder sogar eure Rezepte zu schicken, damit wir diese in den sozialen Netzwerken und auf dem Blog teilen können. Ihr könnt uns jederzeit eine E-Mail an communication@crowdfarming.com schreiben oder dieses Formular ausfüllen. Wir kommen euch sogar auf eurem Hof besuchen, um mehr zu erfahren und exklusive Inhalte mit euch zu erstellen!

3. Extremwetter & regenerative Landwirtschaft: Eure Bedürfnisse

Der Druck ist hoch: Fast 80 % von euch nannten unvorhersehbare Wetterereignisse (extreme Dürren, Hitzewellen, Sturzfluten) als die größte Bedrohung für ihren Betrieb, während 68 % gestiegene Betriebskosten verzeichneten.

Als Antwort darauf nutzen beeindruckende 95 % von euch bereits regenerative Praktiken als Schutzschild, um eure Böden widerstandsfähiger zu machen. Ihr habt jedoch deutlich gemacht, dass der Übergang nicht einfach ist, und drei Haupthindernisse genannt:

  1. Mangel an finanzieller Unterstützung für die Erstinvestition (43 %).
  2. Hoher Zeit- und Arbeitsaufwand (42 %).
  3. Bedarf an mehr Schulungen und technischem Fachwissen (33 %).

Wie wir euch unterstützen werden:

  • „1 % für den Boden“ – Regenerationsfonds: Wir haben Mittel aus unseren Verkäufen reserviert, um Schulungen und Laboranalysen für Erzeuger in unserem Programm für regenerative Landwirtschaft zu finanzieren. Außerdem erhaltet ihr Zugang zum digitalen Tool der „Soil Association Exchange“, das euch bei der Umsetzung unterstützt und Fortschritte messbar macht. Um euch anzumelden, kontaktiert bitte euren Agronomen oder schreibt eine E-Mail an farmers@crowdfarming.com.
  • Finanz- und Versicherungsabkommen: Wir wissen, dass der Übergang zu ökologischer und regenerativer Landwirtschaft finanzielle Risiken birgt. Wir führen derzeit Gespräche mit Banken und Versicherern über Farmeneur, um exklusive Produkte (mit besseren Konditionen und umfassenderer Deckung) speziell für das CrowdFarming-Netzwerk zu sichern.

Wir setzen uns weiterhin mit aller Kraft dafür ein, euer bester Partner im Direktvertrieb zu sein. Nochmals vielen Dank für euer Vertrauen in dieses Modell und für eure unermüdliche Arbeit, mit der ihr Europa ernährt.

Herzliche Grüße,

Das CrowdFarming-Team

Geschrieben von Cristina Domecq

Cristina Domecq

Cristina Domecq ist Head of Impact bei CrowdFarming. Sie agiert dort, wo Management, Landwirtschaft und gesellschaftlicher Dialog aufeinandertreffen – überzeugt davon, dass die Lösungen für ein besseres Ernährungssystem genau an dieser Schnittstelle liegen. Ihr Ziel ist es, eine dauerhafte Verhaltensänderung zu bewirken – eine Mission, die nur erfolgreich sein kann, wenn sowohl die Landwirte als auch die Konsumenten voll und ganz dahinterstehen.

Comments

by Therese on Mai 2026

Toll, dass man, im Gegensatz zur demotivierenden und immer hoffnungsloseren Politik sieht, dass es auch lösungsorientierte Macher und Unterstützer für bodenständige Optimisten gibt. Danke- so geht’s also auch- Weiter so!
🙂

    by Emilia Aguirre on Mai 2026

    Danke für die Worte — die nehmen wir gerne mit. Und ja, wir teilen die Einschätzung: auf Politik allein kann man sich hier nicht verlassen. Die Rahmenbedingungen verändern sich zu langsam, und wer auf dem Feld steht, kann nicht warten. Was sich bewegt, bewegt sich meistens weil einzelne Betriebe, Plattformen und Konsumenten eigene Wege bauen

Your email address will not be published.

Inhalte teilen:

Weiter graben ...

CrowdFarming

3 min

Reflexion über die erste Hälfte des Jahres 2026

Geschrieben von Gonzalo Úrculo, Landwirt, CEO und Mitgründer von CrowdFarming. Hinweis: Ich habe diesen Text als internes Dokument geschrieben, um die Menschen abzustimmen, die tagtäglich bei CrowdFarming arbeiten. Seit ein paar Jahren teile ich ihn auch mit unserer Gemeinschaft aus Landwirten, Kunden und Lieferanten. Am Ende des Artikels findest du ein Glossar, das die Bedeutung technischer Begriffe oder interner Fachsprache erklärt, die ich im Text mit einem Sternchen (*) versehen habe.Ist Nachhaltigkeit aus der Mode gekommen?Immer seltener liest man Erklärungen von Unternehmen zur Nachhaltigkeit auf LinkedIn oder in der Presse. Als hätten sich die Nachhaltigkeitsverantwortlichen jetzt in KI-Gurus verwandelt. Es scheint, als obdie Nachhaltigkeit, die man nach außen betrieben hat, in der Unternehmenswelt an Kraft verloren hat. Und das ist meiner Meinung nach positiv, weil es den Lärm reduziert und Taten für sich sprechen lässt. Unternehmensnachhaltigkeit ist ein Wettbewerbsvorteil, wenn sie Teil der Unternehmenskultur ist. Richtig angewandte Nachhaltigkeit erzielt positive und dauerhafte Effekte in den Geschäftskennzahlen. In diesem ersten Halbjahr haben wir diese Geschäftskennzahlen erreicht, nicht durch eine punktuelle Anstrengung, sondern durch den ständigen Vorstoß in dieselbe Richtung: 2.969 Landwirte, die ihre Ernten zu einem fairen Preis verkaufen. Bodenanalysen auf 47 neuen Betrieben, um die Auswirkungen regenerativer Praktiken zu messen, und gemeinsam mit den Landwirten ein agronomisches Programm zu entwerfen, um die natürliche Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhöhen. Mit diesen 47 sind es bereits 100 Betriebe, die in unserem Programm für regenerative biologische Landwirtschaft sind. 1.794.784,43 € Umsatz mit Obst und Gemüse in Umstellung auf Bio. Einen fairen, planbaren und stabilen Preis zu erhalten, ist besonders entscheidend, wenn ein Landwirt in der heiklen Umstellungsphase auf Bio ist, weil seine Bäume oft einen Produktionseinbruch haben. 25 % Umsatzsteigerung von All Is Good* (unserer Marke für verarbeitete Produkte) im Vergleich zum Vorjahr. Und außerdem beginnen wir, die Früchte unserer Arbeit auch wirtschaftlich zu ernten. Zum ersten Mal seit 5 Jahren haben wir das erste Halbjahr mit positivem EBITDA* abgeschlossen – und zweistellig wachsend. Auf die Produktion und den Direktverkauf von Bio-Produkten zu setzen, ist rentabel. Um dieses positive EBITDA* zu erreichen, mussten wir alle Opfer bringen und die Ausgabenposten gut priorisieren. Ein Beispiel hierfür ist, dass wir uns vom B Corp*-Siegel abgemeldet haben. Es war eine schwierige Entscheidung, da dieses Siegel positive Aspekte hat. Die Erneuerung des Siegels kostete dieses Jahr 16.000 €.  Nach guter Überlegung stellten wir fest, dass es zwar – cool ist, wenn ein Unternehmen die Nachhaltigkeit der Abläufe auditiert, wir  aber nicht den vollen Nutzen daraus gezogen haben. Dieses Geld (eine knappe Ressource in unserem Startup) könnten wir stattdessen besser für mehr Ausbildung von Landwirten und für Gehaltserhöhungen einiger Profile in unserem Team verwenden. Wir schließen nicht aus, uns in ein paar Jahren erneut zertifizieren zu lassen.Erfolge, die wir in der ersten Jahreshälfte feiernErfolge muss man feiern. Vor allem die, die du verfolgst – aber auch die, die du fast ohne es zu wollen erreichst. Ich habe festgestellt: Wenn man sich mit guten Menschen umgibt, die Mission, die einen verbindet, rein, motivierend und ambitioniert ist, passieren auf dem Weg gute Dinge, mit denen man nicht einmal gerechnet hat. Wir haben kein Ziel, einen bestimmten Prozentsatz an Junglandwirten zu erreichen, die bei CrowdFarming verkaufen. Trotzdem hat es uns sehr gefreut, dass wir diese Kennzahl ganz natürlich weit über den Durschnitt gehoben haben.

Lesen