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Landleben

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Veröffentlicht März 2026

Ein Liebesbrief an Hirse – die vergessene Superpflanze

Es gibt zwar Tausende von Pflanzen, aus denen wir Nahrung gewinnen könnten, aber nur eine kleine Anzahl von Pflanzen wird heutzutage angebaut, um unsere Bäuche zu füllen, und selbst davon machen wir nur begrenzt Gebrauch. Ein typisches Beispiel: Hirse. Die UNO hat das Jahr 2023 zum Jahr des kleinen, aber wirkungsvollen Getreides gewählt, das viele von uns vergessen zu haben scheinen, um seine Verwendung als Alternative zu beliebteren Feldfrüchten wie Reis und Weizen zu fördern.


Die Gründe für die Wahl der UNO liegen auf der Hand: Die sich verändernden klimatischen Bedingungen machen es erforderlich, dass wir unsere Ernährungs- und Landwirtschaftspraktiken anpassen, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten und die unzähligen Umweltprobleme, mit denen wir konfrontiert sind, abzumildern. Hirse ist ein Getreide, das weniger von hohen Temperaturen und Dürre betroffen ist als andere Kulturpflanzen und könnte auf dem besten Weg sein, unsere neue Lieblingsnahrungsquelle zu werden. Außerdem ist sie sehr nahrhaft und in der Küche vielseitig einsetzbar!


Ein alter Freund 


Obwohl die Hirse inzwischen in Vergessenheit geraten ist, war sie eine der ersten Pflanzen, die der Mensch kultivierte. Man nimmt an, dass ihr Anbau etwa 3500-2000 Jahre v. Chr. in Asien begann, später aber durch Weizen und Reis ersetzt wurde. Niemand weiß genau, wie die Hirse nach Europa kam, aber es gibt sie auch bei uns schon seit Tausenden von Jahren und sie spielte einst eine wichtige Rolle in unserer Ernährung. Es gibt zwar viele verschiedene Hirsearten, aber auf dem europäischen Kontinent werden zwei Arten der Pflanze (die zu den kleinsamigen heimischen Gräsern zählt) angebaut: Fuchsschwanzhirse (Setaria italica) und Besenhirse (Panicum miliaceum). Da Hirse einen kurzen Lebenszyklus hat, d. h. sie wird in der gleichen Saison – in der Regel im Sommer – angebaut und geerntet, eignet sie sich hervorragend für die Fruchtfolge mit anderen Getreidearten. Ihre Wachstumszeit beträgt nur 40 bis 90 Tage, und nach der Ernte kann die Hirse lange gelagert werden. In Verbindung mit ihrer einfachen Bewirtschaftung und ihrem guten Ertrag ist dies wahrscheinlich der Grund, warum sie bei unseren Vorfahren so beliebt war. 


Ein Held für die Menschen und die Umwelt


Eine der Vorteile, die Hirse so zukunftsträchtig macht, ist die Tatsache, dass sie sich an fast jede Art von Umgebung anpassen kann. Sie diskriminiert nicht zwischen Höhenlage, Klima oder Bodenbeschaffenheit und ist eine wertvolle Ergänzung der menschlichen und tierischen Ernährung. Obwohl sie natürlich – wie alle Pflanzen – in gewissem Umfang Wasser benötigt, braucht sie viel weniger Wasser als ihre Verwandten (d. h. andere Getreidesorten). Die Perlhirse zum Beispiel ist besonders hitze- und trockenheitstolerant, was sie zu einem Top-Anwärter für die Ernährungssicherheit vor allem auf dem afrikanischen Kontinent macht. Außerdem benötigt die Hirse weniger Düngemittel und Pestizide, so dass ihr Anbau den Boden und das Grundwasser weit weniger belastet als andere (konventionell angebaute) Kulturpflanzen. 


Ein ernährungstechnisches Kraftpaket

Hirse mag das am wenigsten genutzte Getreide sein, aber sie ist eine der bedeutendsten, was den Gehalt an Mineralien, Vitaminen und Proteinen angeht. Was sie in Bezug auf die Ernährung besonders leistungsfähig macht, sind unter anderem ihre reichhaltigen phenolischen Verbindungen, ihr hoher Ballaststoff- und Kalziumgehalt. Insgesamt ist die Hirse in Bezug auf ihre ernährungsphysiologischen Eigenschaften ein einzigartiges Getreide, das auf dem asiatischen und afrikanischen Kontinent zurecht zu den Grundnahrungsmitteln gehört. Hirse ist auch für Zöliakiebetroffene eine interessante Option, da sie glutenfrei ist! 



Ein großartiger Küchenbegleiter


Hirse ist wie andere Getreidesorten, z. B. Reis, sehr geschmacksneutral und lässt sich leicht zubereiten. Man gibt einfach die gewünschte Menge in einen Topf, bringt sie zum Kochen und lässt sie dann etwa 15-20 Minuten köcheln. Sobald das Wasser aufgesaugt ist, sollte man den Topf vom Herd nehmen, die Hirse auflockern und noch etwa 10 Minuten ziehen lassen. Dann kann man sie als Beilage servieren, mit Gemüse oder anderen Zutaten mischen oder sogar als Grundlage für eine Bowl oder einen Salat verwenden.

Für eine cremige Hirse kocht man sie mit etwas mehr Wasser und fügt (pflanzliche) Sahne oder Käse hinzu. Oder man fügt Milch hinzu und kocht sie etwas länger (etwa 30 Minuten), um Porridge herzustellen. Es gibt eine Vielzahl von Rezepten, die die vielen Facetten der Hirse aufzeigen. Wir empfehlen dir, sie einfach einmal auszuprobieren!


Geschrieben von Emmeline Hess

Emmeline Hess

Emmeline es experta en comunicación, vocación que ha estado ejerciendo durante más de 9 años en empresas con enfoque en la sostenibilidad.

Esta nueva podcaster es una gran aficionada a la comida, una preocupada por el cambio climático (aspirante a guerrera) y le gusta una buena discusión casi tanto como los perros.

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Landleben

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Der „verrückte Deutsche“ 40 Jahre später

Wenn man Friedrich heute über seine Finca in der Nähe von Gibraleón begleitet, hört man vor allem eines: ein lautstarkes Konzert aus Vogelgezwitscher. Doch hinter dieser Idylle steckt eine vor langer zeit getroffene radikale Entscheidung gegen die Konvention. Heute ist er seit 1994 Demeter-zertifiziert und beweist, dass seine „Verrücktheit“ die einzige logische Antwort auf die Krise unserer Böden ist.Vor 40 Jahren verliebte sich Friedrich bei einem Besuch in Spanien in die Finca Jelanisol-Montebello. Zu dieser Zeit arbeitete er selbst als Zwischhändler für konventionell hergestelltes Obst und Gemüse. Zwei Dinge sind damals passiert, die ihn haben reflektieren lassen: Eine Freundin schenkte ihm von Bill Mollison ein Buch über Permakultur, das ihn inspirierte. Er war zu Besuch auf dem Feld in Italien und suchte im Boden verzweifelt nach Regenwürmern. Als der Landwirt ihm bestätigte, dass es keine gäbe, „weil man so etwas nicht bräuchte“, began Friedrich zu reflektieren. Eine holistische Vision: Alles ist verbundenFür Friedrich ist die Landwirtschaft kein isolierter Prozess, sondern ein Teil eines großen Ganzen. Er pflegt eine sehr holistische und philosophische Sicht auf die Welt, in der alles – vom Bodenmikrobiom bis zum Konsumenten – miteinander verbunden ist. Seine Finca ist für ihn kein reiner Produktionsort, sondern ein lebendiger Organismus, in dem Mensch und Natur in Harmonie koexistieren. Für ihn kann eine friedliche Gesellschaft kann nur entstehen, wenn wir im Einklang mit der Natur produzieren. Wenn wir es richtig machen, ist genug für alle da – wir dürfen nur nicht die Grundlagen zerstören.Einer der stärksten Antriebe für Friedrichs Arbeit ist eine tiefe Besorgnis über den Zustand unserer modernen Ernährung. Er erzählt, dass viele Lebensmittel, die wir heute konsumieren, „leer“ sind. Damit meint er Produkte aus konventioneller Landwirtschaft, die aufgrund von Pesitziden und langer Lagerung, keinerlei nennenswerten Nährwert mehr besitzen. Er folgt dem Prinzip „Gesunder Boden = Gesunder Mensch“. Nur ein lebendiger, regenerierter Boden kann Früchte hervorbringen, die den Körper wirklich nähren.Eine der ersten Dinge, die Friedrich tat, war einen großen Teich anzulegen – nicht zur Bewässerung der Finca, sondern einzig und allein für die Vögel, Frösche, Enten und Fische. Bei stärkeren Regenfällen, fließt so das Wasser ab. Den organischen Dünger stellen sie über Mikroorganismen selber her und versorgen die Bäume über Tröpfchenbewässerung kontinuierlich mit Mineralien. 

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Die Wissenschaft hinter der Süße

Wir haben Antonio von Sicilian Passion in Sizilien besucht. In einer Region, die traditionell für ihre Zitrusfrüchte bekannt ist, hat sich Antonio vor mehreren Jahren für einen anderen Weg entschieden: Er baut Maracujas (und sogar Papayas!) an.Ein wesentlicher Teil unserer Zusammenarbeit besteht in der präzisen Bestimmung des Erntezeitpunkts. Unsere Teams führen direkt im Feld Messungen des Zuckergehalts durch. Mithilfe eines Refraktometers wird der Brix-Wert ermittelt, um sicherzustellen, dass die Früchte die erforderliche physiologische Reife und das volle aromatische Profil erreicht haben. Erst bei Erreichen dieser Grenzwerte wird die Ernte begonnnen. In dem Video unten seht ihr, wie unser Kollege Angelo, diese Messungen vornimmt. Es macht großen Spaß, denn man schaut buchstäblich in die Zukunft.Reifemerkmale und EtymologieEin wichtiges Qualitätsmerkmal der Maracuja ist die Beschaffenheit der Schale. Anders als bei vielen Obstsorten gilt hier: Je ausgeprägter die Faltenbildung der Frucht, desto höher ist der Zuckergehalt. Durch die leichte Verdunstung während des Reifeprozesses konzentriert sich der Fruchtzucker im Inneren, während die Säure dezent abnimmt. Es gibt zwei Ernten pro Jahr – eine in den Wintermonate und eine in den Sommermonaten. Vor allem im Sommer, sind die Früchte „runzliger“, da die Flüssigkeit durch die Wärme schneller verdunstet.Wusstet ihr, dass der Name „Passionsfrucht“ sich von der christlichen Ikonografie ableitet. Spanische Missionare im 16. Jahrhundert interpretierten die komplexe Blütenstruktur als Symbole der Leidensgeschichte (Passion) Christi. Die Filamente der Blüte wurden mit der Dornenkrone assoziiert, die drei Narben mit den Nägeln des Kreuzes und die fünf Staubblätter mit den Wundmalen. In der Galerie findet ihr ein Bild, auf dem das sehr gut zu sehen ist.

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Blutrot und extrem lecker

Warum nicht jede Blutorange blutrot istWir waren in Sizilien und haben Danilo von AranceBio auf einem Feld getroffen, wo die Blutorangenernte ihren Höhepunkt erreicht. Man sieht die Orangen nicht nur reif an den Bäumen hängen, sondern man kann sie auch riechen. Der Himmel ist blau, die Bäume und die Wiese grün und die Orange hängen wie kleine Laternen in den Bäumen. Es ist sonnig, aber sehr frisch – auch in Sizilien ist Winter.Genau der richtige Zeitpunkt, damit die Blutorangen reifen. Nur durch das Zusammenspiel von warmen Tagen und kalten Nächten kann Anthocyan gebildet werden, der Farbstoff, der das Fruchtfleisch rot färbt. Sind die Nächte also zu warm, kann sich das Pigment nicht bilden und deine Blutorange ist vielleicht eher orange, als blutrot – aber natürlich genauso lecker.Danilo baut zwei unterschiedliche Sorten an; Moro: die etwas säuerlicher und ein tiefrotes Fleisch hat (wenn es kalt genug ist!) und Tarocco, die etwas süßer und ganz mild ist. Es ist ein bisschen wie Kindheit – wenn man ein Überraschungs-Ei öffnet. Man kann von außen nicht wissen, ob die Frucht rot oder eher orange ist.Angesichts zunehmender Trockenperioden setzt Danilo auf eine permanente Bodenbedeckung. Dieser natürliche Teppich schützt den Boden und dient als Wasserspeicher, der in Trockenzeiten wertvolles Wasser speichert – so bleibt die Natur widerstandsfähig.Wir haben natürlich auch gefragt, was wir essen sollen, wenn wir auf Sizilien sind und Danilo hat uns zwei Gerichte empfohlen: die traditionelle Pasta con le Sarde (wie soll es auch anders sein?!) und die frittierten Reiskugeln, Arancini genannt.

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