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Landleben

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Veröffentlicht März 2026

Die Stimme deines Landwirts: Merveilleuses Noix

Liebe CrowdFarmer, 

wir möchten uns bei Euch für Euer Vertrauen bedanken und freuen uns, Euch bereits das zweite Jahr schöne Walnüsse schicken zu können, deren Anbau wir auf biologischen Landbau umgestellt haben.

In diesem Jahr 2020 hat uns die anhaltende globale Erwärmung, die zu launischen Wetterbedingungen führt, erneut gezeigt, dass ein Landwirt gut reagieren und sich an alle Situationen anpassen können muss! 

COVID und die Eindämmungsmaßnahmen seit März haben uns in der Entscheidung, CrowdFarming beizutreten, bekräftigt, um unsere Nussproduktion mit Euch zu teilen und Euch die Ernte direkt ohne Zwischenhändler zusenden zu können. 

Wir freuen uns und sind sehr dankbar, dass wir uns das ganze Jahr über auf Euch, die CrowdFarmer, verlassen können. Dank eurer Adoptionen, dürfen wir deren Nüsse im November und das Walnussöl im März verschicken.

Walnüsse in ihrer grünen Schale am Zweig eines Walnussbaums

In Bezug auf die diesjährige Ernte führte der regnerische Frühling mit kühlen Nächten bis Mitte Juli, gefolgt von einem sehr trockenen und heißen Sommer, dazu, dass wir je nach Feld große Produktionslücken hatten. Trotz der Unsicherheiten und schweren Verluste nach dem Schnee und den Stürmen im Jahr 2019 war die Ernte reichlich. Allerdings trugen die Bäume viele kleine Früchte, die nicht der geschützten Ursprungsbezeichnung „Grenoble-Walnüssen“ entsprechen und daher schwer zu vermarkten sind. Daher bieten wir dieses Jahr von Dezember 2020 bis Januar 2021 einzelne Kisten zum Kauf an.

Ein Traktor mit Anhänger in einer Walnussplantage

Die Vorbereitung Eurer Nusskisten verlief nach der Ernte, der Kalibrierung der Walnüsse und der sehr sorgfältigen Sortierung gut.

Der Landwirt Sylvain Bergerand beim Verpacken der Nüsse in einen Karton
Eine Frau beim Verschließen eines Kartons mit Klebeband

Mitte November haben wir mit der Ernte begonnen und für die folgende Produktion von Walnussöl von Hand sortiert.

Walnüsse auf einem Förderband
Geschälte Walnüsse

Insgesamt gelingt es Sylvain und mir, seiner Partnerin, die Arbeiten auf dem Hof das ganze Jahr über zu verwalten. Aber während der Erntezeit, die für uns eine Zeit hoher Aktivität ist, war die Anstellung eines Saisonarbeiters notwendig. Das gleiche gilt für den Winter und das Schneiden der Obstgärten. Auch während der Wartung im Frühjahr benötigen wir Hilfe, um insbesondere Efeu zu entfernen, der entlang der Baumstämme nach oben wächst, und um Unkraut zu jäten.

Im November mäht Sylvain die Felder, um totes Laub zu entfernen. Dies beschleunigt ihre Zersetzung und stabilisiert ihre organische Substanz im Boden. Es ist auch ein vorbeugender Kampf gegen Anthracnose, da sich die auf den Blättern vorhandenen Pilze im Frühjahr bei Regenfall auf den jungen Trieben entwickeln können.

Ein Traktor in einer Walnussplantage

Er hat gerade vor ein paar Tagen angefangen, die Bäume in den Obstgärten zu schneiden, weil jeder Baum, der an der Produktion beteiligt ist, einmal alle drei Jahre zurück geschnitten wird. Sylvain muss daher jedes Jahr im Wechsel ein Drittel der Obstgärten mit Stangensägen, Teleskopsägen und manchmal auf einer Hebebühne schneiden, um die Kronen der größten Bäume zu erreichen. Dieser Schnitt ermöglicht die Durchfahrt landwirtschaftlicher Maschinen unter den Bäumen und totes oder gebrochenes Holz zu entfernen, das bei der Ernte herunterfallen würde. Wir schneiden sie auch, um mehr Licht in den Baum zu bringen und die Photosynthese zu fördern.

Sylvain Bergerand beim Beschneiden der Walnussbäume

Wir bereiten uns schon jetzt auf die zukünftige Ernte des Jahres 2021 vor! Für November 2021 werden sich die Walnusskisten weiterentwickeln: Ein Jutesack schützt und verpackt eure Nüsse und verhindert so, dass sich das Stroh mit den Schalenfrüchten vermischt. Jedes Jahr bauen wir unsere Erfahrung schrittweise aus, um Euch die Pakete bestmöglich und stabil zu schicken! Dies war ursprünglich nicht unser Beruf und wir freuen uns, alles per Hand erledigen zu können und dabei die Umwelt so gut wie möglich zu schonen. 

Vielen Dank an Euch alle für Eure Walnussbaum-Adoptionen. Wir werden sie weiterhin jeden Tag mit großer Freude gut versorgen, um die besten Walnüsse für Euch zu produzieren. Vielen Dank für Euer positives Feedback, das ist sehr motivierend für uns! 

Egal was passiert, wir bemühen uns um eine hohe Geschmacksqualität und hoffen, dass ihr Euch über die neuen Kisten mit einem Jutesack freut! Passt in der Zwischenzeit gut auf Euch auf und nehmt reichlich Walnüsse und Walnussöl zu Euch! 

Bis bald, 

Sylvain & Clémence von Merveilleuses Noix (Isère in Frankreich)

Geschrieben von Farmers of CrowdFarming

Farmers of CrowdFarming

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Landleben

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Der „verrückte Deutsche“ 40 Jahre später

Wenn man Friedrich heute über seine Finca in der Nähe von Gibraleón begleitet, hört man vor allem eines: ein lautstarkes Konzert aus Vogelgezwitscher. Doch hinter dieser Idylle steckt eine vor langer zeit getroffene radikale Entscheidung gegen die Konvention. Heute ist er seit 1994 Demeter-zertifiziert und beweist, dass seine „Verrücktheit“ die einzige logische Antwort auf die Krise unserer Böden ist.Vor 40 Jahren verliebte sich Friedrich bei einem Besuch in Spanien in die Finca Jelanisol-Montebello. Zu dieser Zeit arbeitete er selbst als Zwischhändler für konventionell hergestelltes Obst und Gemüse. Zwei Dinge sind damals passiert, die ihn haben reflektieren lassen: Eine Freundin schenkte ihm von Bill Mollison ein Buch über Permakultur, das ihn inspirierte. Er war zu Besuch auf dem Feld in Italien und suchte im Boden verzweifelt nach Regenwürmern. Als der Landwirt ihm bestätigte, dass es keine gäbe, „weil man so etwas nicht bräuchte“, began Friedrich zu reflektieren. Eine holistische Vision: Alles ist verbundenFür Friedrich ist die Landwirtschaft kein isolierter Prozess, sondern ein Teil eines großen Ganzen. Er pflegt eine sehr holistische und philosophische Sicht auf die Welt, in der alles – vom Bodenmikrobiom bis zum Konsumenten – miteinander verbunden ist. Seine Finca ist für ihn kein reiner Produktionsort, sondern ein lebendiger Organismus, in dem Mensch und Natur in Harmonie koexistieren. Für ihn kann eine friedliche Gesellschaft kann nur entstehen, wenn wir im Einklang mit der Natur produzieren. Wenn wir es richtig machen, ist genug für alle da – wir dürfen nur nicht die Grundlagen zerstören.Einer der stärksten Antriebe für Friedrichs Arbeit ist eine tiefe Besorgnis über den Zustand unserer modernen Ernährung. Er erzählt, dass viele Lebensmittel, die wir heute konsumieren, „leer“ sind. Damit meint er Produkte aus konventioneller Landwirtschaft, die aufgrund von Pesitziden und langer Lagerung, keinerlei nennenswerten Nährwert mehr besitzen. Er folgt dem Prinzip „Gesunder Boden = Gesunder Mensch“. Nur ein lebendiger, regenerierter Boden kann Früchte hervorbringen, die den Körper wirklich nähren.Eine der ersten Dinge, die Friedrich tat, war einen großen Teich anzulegen – nicht zur Bewässerung der Finca, sondern einzig und allein für die Vögel, Frösche, Enten und Fische. Bei stärkeren Regenfällen, fließt so das Wasser ab. Den organischen Dünger stellen sie über Mikroorganismen selber her und versorgen die Bäume über Tröpfchenbewässerung kontinuierlich mit Mineralien. 

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Die Wissenschaft hinter der Süße

Wir haben Antonio von Sicilian Passion in Sizilien besucht. In einer Region, die traditionell für ihre Zitrusfrüchte bekannt ist, hat sich Antonio vor mehreren Jahren für einen anderen Weg entschieden: Er baut Maracujas (und sogar Papayas!) an.Ein wesentlicher Teil unserer Zusammenarbeit besteht in der präzisen Bestimmung des Erntezeitpunkts. Unsere Teams führen direkt im Feld Messungen des Zuckergehalts durch. Mithilfe eines Refraktometers wird der Brix-Wert ermittelt, um sicherzustellen, dass die Früchte die erforderliche physiologische Reife und das volle aromatische Profil erreicht haben. Erst bei Erreichen dieser Grenzwerte wird die Ernte begonnnen. In dem Video unten seht ihr, wie unser Kollege Angelo, diese Messungen vornimmt. Es macht großen Spaß, denn man schaut buchstäblich in die Zukunft.Reifemerkmale und EtymologieEin wichtiges Qualitätsmerkmal der Maracuja ist die Beschaffenheit der Schale. Anders als bei vielen Obstsorten gilt hier: Je ausgeprägter die Faltenbildung der Frucht, desto höher ist der Zuckergehalt. Durch die leichte Verdunstung während des Reifeprozesses konzentriert sich der Fruchtzucker im Inneren, während die Säure dezent abnimmt. Es gibt zwei Ernten pro Jahr – eine in den Wintermonate und eine in den Sommermonaten. Vor allem im Sommer, sind die Früchte „runzliger“, da die Flüssigkeit durch die Wärme schneller verdunstet.Wusstet ihr, dass der Name „Passionsfrucht“ sich von der christlichen Ikonografie ableitet. Spanische Missionare im 16. Jahrhundert interpretierten die komplexe Blütenstruktur als Symbole der Leidensgeschichte (Passion) Christi. Die Filamente der Blüte wurden mit der Dornenkrone assoziiert, die drei Narben mit den Nägeln des Kreuzes und die fünf Staubblätter mit den Wundmalen. In der Galerie findet ihr ein Bild, auf dem das sehr gut zu sehen ist.

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Blutrot und extrem lecker

Warum nicht jede Blutorange blutrot istWir waren in Sizilien und haben Danilo von AranceBio auf einem Feld getroffen, wo die Blutorangenernte ihren Höhepunkt erreicht. Man sieht die Orangen nicht nur reif an den Bäumen hängen, sondern man kann sie auch riechen. Der Himmel ist blau, die Bäume und die Wiese grün und die Orange hängen wie kleine Laternen in den Bäumen. Es ist sonnig, aber sehr frisch – auch in Sizilien ist Winter.Genau der richtige Zeitpunkt, damit die Blutorangen reifen. Nur durch das Zusammenspiel von warmen Tagen und kalten Nächten kann Anthocyan gebildet werden, der Farbstoff, der das Fruchtfleisch rot färbt. Sind die Nächte also zu warm, kann sich das Pigment nicht bilden und deine Blutorange ist vielleicht eher orange, als blutrot – aber natürlich genauso lecker.Danilo baut zwei unterschiedliche Sorten an; Moro: die etwas säuerlicher und ein tiefrotes Fleisch hat (wenn es kalt genug ist!) und Tarocco, die etwas süßer und ganz mild ist. Es ist ein bisschen wie Kindheit – wenn man ein Überraschungs-Ei öffnet. Man kann von außen nicht wissen, ob die Frucht rot oder eher orange ist.Angesichts zunehmender Trockenperioden setzt Danilo auf eine permanente Bodenbedeckung. Dieser natürliche Teppich schützt den Boden und dient als Wasserspeicher, der in Trockenzeiten wertvolles Wasser speichert – so bleibt die Natur widerstandsfähig.Wir haben natürlich auch gefragt, was wir essen sollen, wenn wir auf Sizilien sind und Danilo hat uns zwei Gerichte empfohlen: die traditionelle Pasta con le Sarde (wie soll es auch anders sein?!) und die frittierten Reiskugeln, Arancini genannt.

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