Du möchtest mehr erfahren?

Schreib uns einfach eine  E-Mail.

Landleben

min

Veröffentlicht März 2026

Die Stimme deines Landwirts: Riet Vell

Wie war der Anbau und die Ernte des Reises?

Das vergangene Jahr hatten wir eine gute Ernte. Man muss bedenken, dass der Reis im Sommer, bei hohen Temperaturen und bei überflutetem Boden wächst. Dazu muss er sich gegen viele andere Pflanzen durchsetzen. Außerdem ist der Ertrag ziemlich gering, wenn man keine konventionellen Anbaumethoden verwendet. Das ist der Grund, warum es in Europa nur wenige Bio-Reisbauern gibt. Vor allem weil die Durchführung einer Fruchtfolge in Gebieten, wie in dem Flussdelta des Ebro, sehr kompliziert ist. 

Hatte der Reis dieses Jahr irgendwelche Besonderheiten?

Nein, zumindest nicht wenn man sich die Qualität des Getreides anschaut. Das Wetter begleitete den gesamten Erntezyklus, und der Reis ist von sehr guter Qualität. Nach der Ernte gab es einige große Stürme im Delta, wie der Sturm Gloria, der zwischen dem 19 und 21 Januar die Westküste des Mittelmeers verwüstete (siehe Info auf unserer Website www.rietvell.com). Darüber hinaus waren sowohl der Winter als auch die erste Hälfte des Frühlings außergewöhnlich feucht, was uns gezwungen hat, den Beginn der Vorbereitungsarbeiten auf den Feldern stark zu verzögern. Man weiß noch nicht, ob diese Faktoren Einfluss auf die diesjährige Ernte haben werden.

Der Traktor fährt durch das Reisfeld, während die Vögel über ihm fliegen

Welche Arbeit leisten wir im Moment?

Sobald der Reis im Oktober geerntet ist, lassen wir die Felder einige Wochen ruhen, bis der „fangueo“ (das Umgraben) beginnt. Eine sehr spektakuläre Aufgabe aufgrund der großen Zahl von Vögeln, die die zahlreichen wirbellosen und kleinen Wirbeltiere auffressen, die nach der Durchfahrt des Traktors, der das Reisstroh in den Boden einarbeitet, für sie zugänglich sind. Nach dem “Fangueo” trocknen die Felder normalerweise bis März. Wegen des üppigen Regens dieses Jahr sind sie erst im Mai getrocknet , daher findet die Aussat nun im Juni statt. 

Welche Änderungen haben wir am Hof vorgenommen?

Wir haben die Häuser renoviert, in denen normalerweise Freiwillige leben, die für Aufgaben des Umweltmanagements und des Umweltbewusstseins auf dem Betrieb und in Zusammenarbeit mit dem Naturpark des Ebro-Delta verantwortlich sind. Wir haben auch eine der Wasserzufuhren verbessert, die sowohl die Bewässerung eines Teils der Reisfelder als auch die Lagune, sich auf unserem Grundstück befindet, versorgt. Dadurch wird eine bessere Bewirtschaftung des Feuchtgebietes mit einem geringeren Wasserverbrauch ermöglicht.

Bauern, die im Reisfeld Riet Vell im Ebro-Delta arbeiten

Wie war die Vorbereitung der Kisten?

Die Erfahrung war ziemlich gut. Am Anfang hatten wir ein wenig Angst davor, in relativ kurzer Zeit fast 500 Kisten mit weißem und braunem Reis vorbereiten zu müssen. Normalerweise enthalten die Kisten nur eine Art von Reis und das macht es einfacher. Besondere Aufmerksamkeit erforderte auch die Kennzeichnung der Kisten und die ordnungsgemäße Trennung, die für die Logistik erforderlich war. Aber als wir anfingen, sahen wir, dass es mit gut organisierter Arbeit nicht so kompliziert war und nach und nach bewältigt werden konnte. Am Ende lief alles ganz gut, mit wenigen Zwischenfällen und mit einigen Glückwunsch-Botschaften von den Konsumenten, die den Reis gekauft hatten. Das hat uns sehr ermutigt.

Wir empfehlen dir…

Unser Reis ist von der Sorte Guara. Er kommt ursprünglich aus dem Ebro-Delta, hat ein rundes Korn und ist sehr geeignet für Paellas und ähnliche Gerichte. Dieser Reis kann Aromen gut aufnehmen. Brauner Reis ist nahrhafter und schmackhafter, hat aber eine viel längere Garzeit als weißer. Viele Leute weichen ihn vor dem Kochen ein oder zwei Stunden ein.

Das Zugvogelobservatorium auf dem Landgut Riet Vell in Spanien

Für Vogelbeobachter…

Bald wird ein Link zu einer Webcam, die wir auf der Farm in einem Eulennest platziert haben, auf der SEO/BirdLife Website verfügbar sein. Wenn du von https://www.seo.org/camaras/ zugreifst, kannst du nach ihrer Aktivierung die Entwicklung dieses Nestes, das derzeit mehrere Eier hat und sich im Brutprozess befindet, live verfolgen.

Darüber hinaus denke daran, dass die Felder für die Öffentlichkeit geöffnet sind und es einen Aussichtsposten für Vögel in der Lagune gibt. Dieser Aussichtspunkt gilt als einer der besten Orte in Europa für die Beobachtung von Wasservögeln. Fotos von dem Aussichtspunkt sind beigefügt.

Neue Herausforderungen:

Nach unseren positiven Erfahrungen mit CrowdFarming im letzten Jahr haben wir ein neues Projekt in Zusammenarbeit mit einem Landwirt in der Gegend von Belchite gestartet. Ein ganz anderer Ort, aber, wie das Ebro-Delta, sehr ökologisch wertvoll. 

Diesmal werden statt Reis, Nudeln, Makkaroni und Spiralnudeln aus dem Weizen eines Feldes angeboten. Zudem beherbergt das Feld einen spektakulären Kranichplatz.


Juan Carlos Cirera.

Geschrieben von Farmers of CrowdFarming

Farmers of CrowdFarming

Inhalte teilen:

Weiter graben ...

Landleben

3 min

Der „verrückte Deutsche“ 40 Jahre später

Wenn man Friedrich heute über seine Finca in der Nähe von Gibraleón begleitet, hört man vor allem eines: ein lautstarkes Konzert aus Vogelgezwitscher. Doch hinter dieser Idylle steckt eine vor langer zeit getroffene radikale Entscheidung gegen die Konvention. Heute ist er seit 1994 Demeter-zertifiziert und beweist, dass seine „Verrücktheit“ die einzige logische Antwort auf die Krise unserer Böden ist.Vor 40 Jahren verliebte sich Friedrich bei einem Besuch in Spanien in die Finca Jelanisol-Montebello. Zu dieser Zeit arbeitete er selbst als Zwischhändler für konventionell hergestelltes Obst und Gemüse. Zwei Dinge sind damals passiert, die ihn haben reflektieren lassen: Eine Freundin schenkte ihm von Bill Mollison ein Buch über Permakultur, das ihn inspirierte. Er war zu Besuch auf dem Feld in Italien und suchte im Boden verzweifelt nach Regenwürmern. Als der Landwirt ihm bestätigte, dass es keine gäbe, „weil man so etwas nicht bräuchte“, began Friedrich zu reflektieren. Eine holistische Vision: Alles ist verbundenFür Friedrich ist die Landwirtschaft kein isolierter Prozess, sondern ein Teil eines großen Ganzen. Er pflegt eine sehr holistische und philosophische Sicht auf die Welt, in der alles – vom Bodenmikrobiom bis zum Konsumenten – miteinander verbunden ist. Seine Finca ist für ihn kein reiner Produktionsort, sondern ein lebendiger Organismus, in dem Mensch und Natur in Harmonie koexistieren. Für ihn kann eine friedliche Gesellschaft kann nur entstehen, wenn wir im Einklang mit der Natur produzieren. Wenn wir es richtig machen, ist genug für alle da – wir dürfen nur nicht die Grundlagen zerstören.Einer der stärksten Antriebe für Friedrichs Arbeit ist eine tiefe Besorgnis über den Zustand unserer modernen Ernährung. Er erzählt, dass viele Lebensmittel, die wir heute konsumieren, „leer“ sind. Damit meint er Produkte aus konventioneller Landwirtschaft, die aufgrund von Pesitziden und langer Lagerung, keinerlei nennenswerten Nährwert mehr besitzen. Er folgt dem Prinzip „Gesunder Boden = Gesunder Mensch“. Nur ein lebendiger, regenerierter Boden kann Früchte hervorbringen, die den Körper wirklich nähren.Eine der ersten Dinge, die Friedrich tat, war einen großen Teich anzulegen – nicht zur Bewässerung der Finca, sondern einzig und allein für die Vögel, Frösche, Enten und Fische. Bei stärkeren Regenfällen, fließt so das Wasser ab. Den organischen Dünger stellen sie über Mikroorganismen selber her und versorgen die Bäume über Tröpfchenbewässerung kontinuierlich mit Mineralien. 

Lesen

Landleben

2 min

Die Wissenschaft hinter der Süße

Wir haben Antonio von Sicilian Passion in Sizilien besucht. In einer Region, die traditionell für ihre Zitrusfrüchte bekannt ist, hat sich Antonio vor mehreren Jahren für einen anderen Weg entschieden: Er baut Maracujas (und sogar Papayas!) an.Ein wesentlicher Teil unserer Zusammenarbeit besteht in der präzisen Bestimmung des Erntezeitpunkts. Unsere Teams führen direkt im Feld Messungen des Zuckergehalts durch. Mithilfe eines Refraktometers wird der Brix-Wert ermittelt, um sicherzustellen, dass die Früchte die erforderliche physiologische Reife und das volle aromatische Profil erreicht haben. Erst bei Erreichen dieser Grenzwerte wird die Ernte begonnnen. In dem Video unten seht ihr, wie unser Kollege Angelo, diese Messungen vornimmt. Es macht großen Spaß, denn man schaut buchstäblich in die Zukunft.Reifemerkmale und EtymologieEin wichtiges Qualitätsmerkmal der Maracuja ist die Beschaffenheit der Schale. Anders als bei vielen Obstsorten gilt hier: Je ausgeprägter die Faltenbildung der Frucht, desto höher ist der Zuckergehalt. Durch die leichte Verdunstung während des Reifeprozesses konzentriert sich der Fruchtzucker im Inneren, während die Säure dezent abnimmt. Es gibt zwei Ernten pro Jahr – eine in den Wintermonate und eine in den Sommermonaten. Vor allem im Sommer, sind die Früchte „runzliger“, da die Flüssigkeit durch die Wärme schneller verdunstet.Wusstet ihr, dass der Name „Passionsfrucht“ sich von der christlichen Ikonografie ableitet. Spanische Missionare im 16. Jahrhundert interpretierten die komplexe Blütenstruktur als Symbole der Leidensgeschichte (Passion) Christi. Die Filamente der Blüte wurden mit der Dornenkrone assoziiert, die drei Narben mit den Nägeln des Kreuzes und die fünf Staubblätter mit den Wundmalen. In der Galerie findet ihr ein Bild, auf dem das sehr gut zu sehen ist.

Lesen

Landleben

2 min

Blutrot und extrem lecker

Warum nicht jede Blutorange blutrot istWir waren in Sizilien und haben Danilo von AranceBio auf einem Feld getroffen, wo die Blutorangenernte ihren Höhepunkt erreicht. Man sieht die Orangen nicht nur reif an den Bäumen hängen, sondern man kann sie auch riechen. Der Himmel ist blau, die Bäume und die Wiese grün und die Orange hängen wie kleine Laternen in den Bäumen. Es ist sonnig, aber sehr frisch – auch in Sizilien ist Winter.Genau der richtige Zeitpunkt, damit die Blutorangen reifen. Nur durch das Zusammenspiel von warmen Tagen und kalten Nächten kann Anthocyan gebildet werden, der Farbstoff, der das Fruchtfleisch rot färbt. Sind die Nächte also zu warm, kann sich das Pigment nicht bilden und deine Blutorange ist vielleicht eher orange, als blutrot – aber natürlich genauso lecker.Danilo baut zwei unterschiedliche Sorten an; Moro: die etwas säuerlicher und ein tiefrotes Fleisch hat (wenn es kalt genug ist!) und Tarocco, die etwas süßer und ganz mild ist. Es ist ein bisschen wie Kindheit – wenn man ein Überraschungs-Ei öffnet. Man kann von außen nicht wissen, ob die Frucht rot oder eher orange ist.Angesichts zunehmender Trockenperioden setzt Danilo auf eine permanente Bodenbedeckung. Dieser natürliche Teppich schützt den Boden und dient als Wasserspeicher, der in Trockenzeiten wertvolles Wasser speichert – so bleibt die Natur widerstandsfähig.Wir haben natürlich auch gefragt, was wir essen sollen, wenn wir auf Sizilien sind und Danilo hat uns zwei Gerichte empfohlen: die traditionelle Pasta con le Sarde (wie soll es auch anders sein?!) und die frittierten Reiskugeln, Arancini genannt.

Lesen