
Veröffentlicht Februar 2026
Regeneration und Rentabilität
Lies den vollständigen Bericht hier
Seit Jahren konzentriert sich die Diskussion über regenerative Landwirtschaft auf Biologie, Klima und Artenvielfalt. Aber es gibt eine Frage, die darüber entscheidet, ob ein landwirtschaftlicher Betrieb auf Dauer bestehen kann: Geht die Rechnung auf? Unser neuer Bericht, Der Reichtum unter unseren Füßen, zeigt Zahlen – mit öffentlichen Daten und Peer-Review-Studien – zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Übergangs von degradierten Böden zu lebenden Böden.
Das Problem ist nicht die Produktion, sondern der Gewinn (und der wird immer schwieriger)
Europa produziert weiterhin viel, aber die Rentabilität schrumpft. Im Jahr 2022 erreichte der Wert der landwirtschaftlichen Produktion in der EU einen Rekordwert, der vor allem auf steigende Preise zurückzuführen war, vor dem Hintergrund steigender Kosten für Energie, Düngemittel und Futtermittel. In den folgenden Jahren nahm der Druck zu: Die Produktivität pro Arbeitnehmer und das reale landwirtschaftliche Einkommen gingen zurück. Hinzu kommt eine ungleiche Verteilung in der Lebensmittelkette: Der Landwirt erhält nur zwischen 8 % und 25 % des Endpreises, ein Anteil, der zudem tendenziell sinkt.
Das Ergebnis ist ein gefangener Sektor: Mehr produzieren bedeutet nicht immer, mehr zu verdienen. Tatsächlich wurde im Jahr 2024 etwas mehr Volumen produziert, aber der Gesamtwert sank, weil die Preise fielen.
Abbildung 1. In vielen europäischen Lebensmittelketten ist der Anteil des Endpreises, der an den Landwirt geht, gering – zwischen 8 % und 25 % – und ist im Laufe der Zeit weiter gesunken. Der Einzelhandel macht häufig zwischen 40 % und 60 % des Wertes aus. (OECD & FAO, 2023; Heinrich Böll Stiftung, 2025).
Degradierter Boden: die unsichtbare Rechnung
Unter diesem wirtschaftlichen Druck gibt es eine „Bilanz“, die fast nie in die Buchhaltung einfließt: der Boden. Zwischen 60 % und 70 % der Böden in der EU sind nicht gesund und mehr als 80 % der landwirtschaftlichen Böden weisen mindestens eine bedeutende Verschlechterung auf (Erosion, Verdichtung, Kohlenstoffverlust oder Verschmutzung). In mediterranen Gebieten ist der Gehalt an organischem Kohlenstoff in vielen Böden unter 1 % gefallen, was weit unter dem Bereich liegt, der für die Erhaltung der Struktur, der Wasserinfiltration und der Fruchtbarkeit wünschenswert ist.
Einfach ausgedrückt: Ein degradierter Boden verhält sich wie ein Vermögenswert, der an Wert verliert. Er produziert weniger, erfordert mehr Korrekturen (Düngemittel, künstliche Beregnung, Maschinen) und erhöht das Risiko in schwierigen Jahren.
Regenerativ als wirtschaftliche Entscheidung: der minimale ROI (Return on Investment)
Im Bericht schlagen wir bewusst einen vorsichtigen Rahmen vor und berechnen die Rentabilität ohne Beihilfen der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik der EU), Kohlenstoffzahlungen oder Handelsprämien. Wir messen nur, was innerhalb des landwirtschaftlichen Betriebs passiert:
- Direkte Einsparungen bei Betriebsmitteln: ca. 190 €/ha/Jahr (weniger synthetische Düngemittel und weniger Pestizide).
- Mehr Widerstandsfähigkeit = weniger Verluste: ca. 360 €/ha/Jahr durch Reduzierung der Ertragsschwankungen, wenn sich der Boden wie ein hochwertiger Boden verhält.
- Bei konservativen Umstellungskosten von 2.000 €/ha beträgt der geschätzte Mindest-ROI ~27,5 % pro Jahr, mit einer Amortisation der Investition in ~3,6 Jahren.
Im Bericht erklären wir die verborgene Bilanz, die noch nicht gut monetarisiert wird. Diese umfasst Wasser, Kohlenstoff, Biodiversität und die Aufwertung des Bodens als Vermögenswert. Deren Einfluss ist jedoch bereits auf Märkte, Finanzierungen und Rückverfolgbarkeitsmodelle zu spüren.
Wenn du verstehen möchtest, warum Regeneration kein ökologischer Luxus ist, sondern einer der wenigen wirklichen Hebel, um Gewinnspanne, Stabilität und Autonomie im europäischen Agrarsektor zurückzugewinnen, laden wir dich ein, den vollständigen Bericht zu lesen.
Lies den vollständigen Bericht hier
Geschrieben von Fran Aparicio
Fran is an Impact & Sustainability Analyst at CrowdFarming and a Biology graduate from Universidad Autónoma de Madrid, where he specialized in plant physiology and bioinformatics. Since then, he has focused on finding innovative ways to improve sustainable agriculture, making it more accessible to everyone while reducing its environmental impact.




