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Gesellschaft

3 min

Veröffentlicht März 2026

Wie Europa die Mandelindustrie neu definiert

Mandeln (Prunus dulcis) sind seit Jahrhunderten Teil der mediterranen Landwirtschaft. Ursprünglich kamen sie wahrscheinlich vor mehr als 2.000 Jahren über Handelsrouten aus dem Nahen Osten und Persien nach Europa und wachsen seitdem in trockenen, sonnigen Regionen.

Heute ist Spanien der größte europäische Produzent und liefert rund 70–80 % der Mandeln aus Europa. Danach folgen Italien, Portugal, Griechenland und Frankreich. In Spanien sind vor allem Andalusien, Murcia, Valencia und Castilla-La Mancha bekannt, denn hier sorgen milde Winter und heiße, trockene Sommer für ideale Bedingungen.

Die meisten Mandeln wachsen auf trockenen, steinigen Böden, oft an Hängen. Perfekt für den traditionellen Regenfeldbau, der fast ausschließlich vom natürlichen Niederschlag abhängt.

Der Lebenszyklus eines Mandelbaums

Ein Mandelbaum trägt seine ersten Früchte nach etwa drei bis vier Jahren, erreicht aber die volle Produktion erst nach sieben bis acht Jahren. Einmal ausgewachsen, kann er 40 bis 50 Jahre lang Mandeln liefern.

Alles beginnt mit der Blüte im späten Winter – zarte rosa oder weiße Blüten erscheinen noch bevor die Blätter wachsen. Für die Bestäubung sind vor allem Bienen entscheidend. Im Frühling bildet sich dann die Fruchthülle um die Mandel.

Die Ernte findet je nach Region und Sorte zwischen August und Oktober statt. Sobald die Hülle trocken ist und aufspringt, werden die von Hand oder mit Maschinen Bäume geschüttelt. Danach werden die Mandeln getrocknet, geschält und manchmal schon entkernt, bevor sie gelagert oder verkauft werden. Nach der Ernte machen die Bäume eine Pause, verlieren ihre Blätter und gehen in die Winterruhe, die sich für Baumschnitt und -pflege eignet.

Mandeln und Wasser – gar nicht so durstig, wie man denkt

Mandeln gelten oft als wasserintensiv, vor allem wegen der kalifornischen Produktion, die rund 80 % der weltweiten Mandeln liefert – mit massivem Bewässerungsbedarf.

In Europa ist das nicht der Fall: Viele Bauern in Spanien, Italien und Portugal bauen Mandeln ohne Bewässerung an, nur mit dem, was der Mittelmeerregen hergibt. Die Bäume passen sich an die Trockenheit an und die Nüsse werden kleiner, aber aromatischer.

Wo bewässert wird, setzen viele auf Tröpfchenbewässerung oder gezielte Wasserzufuhr in wichtigen Phasen wie Blüte oder Fruchtbildung. So bleibt die Balance zwischen Ertrag und Ressourcenschonung erhalten.

Der Mandelmarkt – eine globale Geschichte

Weltweit wird der Markt von Kalifornien dominiert, gefolgt von Australien und dem Mittelmeerraum – Europa importiert etwa 60–70 % aus den USA.

Spanien exportiert allerdings einen Teil seiner Produktion, vor allem hochwertige Sorten wie Marcona oder Largueta, die bei Konditoren und Chocolatiers sehr beliebt sind. Trotzdem bleibt Europa Nettoimporteur, weil die Nachfrage schneller wächst als die heimische Produktion.

Während Kalifornien Massenware produziert, unterscheidet sich die europäische Mandel in Geschmack, Herkunft und traditionellen Sorten, was bei Feinschmeckern und regionalen Märkten von Interesse ist.

 

Wie man Mandeln lagert und genießt

Mandeln halten am besten, wenn man sie kühl, trocken und luftdicht lagert. Ganze Mandeln mit Schale behalten ihre Nährstoffe am längsten, denn die Schale schützt das Öl und enthält Antioxidantien und Ballaststoffe.

Formate:

  • Mit Schale: längste Haltbarkeit, natürliche Schutzschicht
  • Geschält mit Haut: ballaststoffreich, perfekt zum Snacken
  • Blanchiert ohne Haut: weicher im Geschmack, ideal zum Backen
  • Geschnitten, gemahlen oder geröstet: praktisch, aber kürzere Haltbarkeit – am besten innerhalb weniger Monate essen

Für längere Lagerung kannst du Mandeln auch im Kühlschrank oder Gefrierfach aufbewahren, denn das schützt die Öle und verhindert, dass sie ranzig werden.

Fazit: Eine zeitlose Frucht mit vielen Geschmacksrichtungen

Mandeln gehören fest zum europäischen Landwirtschafts- und Küchenerbe. Ihre Geschichte ist eine Geschichte von Anpassung – an Klima, Landschaft und Geschmack.

Wenn du Lust auf eine kleine Reise hast, schau dir unsere Rezepte an: vier traditionelle Mandelrezepte aus Europa – von der spanischen Tarta de Santiago über gebrannte Mandeln aus Deutschland bis zur Tarte Amandine aus Frankreich und den italienischen Pizzicotti.

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Geschrieben von Emilia Aguirre

Emilia Aguirre

Emilia Aguirre ist unsere Spezialistin für Awareness & Advocacy. Das bedeutet, dass sie ihre Tage damit verbringt, die unbequemen Fragen darüber zu stellen, wie unsere Lebensmittel angebaut, bepreist, etikettiert und verkauft werden. Sie ist die Gastgeberin von What The Field?!, einem Podcast voller Geschichten direkt vom Acker, fundierter Forschung und Gesprächen mit denjenigen, die die Zukunft der Ernährung gestalten (ob sie wollen oder nicht).

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