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Landleben

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Veröffentlicht März 2026

Was bedeutet heroischer Weinbau?

Unter heroischem Weinbau versteht man den Weinanbau unter extrem schwierigen Bedingungen. Die Rebstöcke sind in schmalen, mit Steinmauern versehenen Terrassen angeordnet, und bilden somit eine einzigartige, wunderschöne Landschaft. Mit viel Mühe und Leidenschaft trotzen die Winzer den schwindelerregenden Hängen bei der Handlese. 

Doch damit man von einem heroischen Weinbau sprechen kann, müssen folgende Anforderungen erfüllt sein: So müssen sich die Weinberge mehr als 500 Meter über dem Meeresspiegel befinden und der Bergabhang einen Steilheitsgrad von mehr als 30% aufweisen. Außerdem muss im Terrassenbau angebaut werden. In Europa entsprechen nur 5% der Weinberge diesen Besonderheiten.

Die galizische Region Riberia Sacra im Norden Spaniens gehört zu den wichtigsten Gebieten, in denen diese Art des Weinbaus praktiziert wird und ist deshalb auch als Herkunftsbezeichnung geschützt. Der Ursprung lässt sich bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen, als einige Mönche im Mittelalter verschiedene Rebsorten über den Jakobsweg mitbrachten und diese in der Nähe ihrer Klöster entlang des Flusses Sil anbauten.

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Hergestellt aus den einheimischen Rebsorten, die sich im Laufe der Jahrhunderte an Boden und Klima angepasst haben, sind diese Weine ein purer Ausdruck dieser sonderbaren Landschaft. Die Orografie, die verschiedenen Böden, die Ausrichtung der Weinberge sowie das Klima beeinflussen nämlich das Aroma und den Geschmack der Weine.

Die handwerkliche Arbeit der Winzer umfasst dabei alle Phasen des Entwicklungszyklus der Weinreben, d. h. vom Rebschnitt zu Beginn bis zur Weinlese am Schluss, bei der die Trauben geerntet werden. Bei der Weinlese bilden die Winzer in der Regel Viererteams, die sich die Arbeit folgendermaßen aufteilen: Während zwei Personen sich mit der Handlese der Trauben befassen, sind die anderen zwei für den Abtransport der Ernte zuständig. Mit einem Kistengewicht von etwa 20 kg, das auf den Schultern getragen wird, bezwingen die sogenannten “Carretadores” (dt. Kärrner) die steilen Hänge der Terrassen.

Eine heroische Frau

Ronsel do Sil ist ein kleines Weingut, das im Herzen der Ribeira Sacra am Ufer des Flusses Sil liegt. Geführt wird dieses Weinbauprojekt von der Gründerin und Winzerin des Weinguts, María José Yravedra. Nachdem sie ihre vier Töchter großgezogen und als Architektin gearbeitet hatte, entschied sie sich, in die Welt der Weine einzutauchen.

Auch Maria José pflegt den heroischen Weinbau und bleibt dabei ihrer Philosophie, natürliche und aufrichtige Weine zu produzieren, treu. Die Herstellungsweise spiegelt die Authentizität und die Werte dieses landschaftlichen Kulturerbes wider.

In einer der am wenigsten besiedelten Gegenden Galiziens bewältigen Maria José und ihre vier Töchter mit Enthusiasmus und vollem Einsatz die Arbeit auf ihrem Weingut, um die einheimischen galizischen Rebsorten zu fördern. Sie konzentrieren sich dabei hauptsächlich auf die Sorte Menecía.


Das Weingut hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Landschaft zu beleben und zu erhalten, die seit Generationen Zeugnis dieser Lebensweise ist. Das Ergebnis ist ein Wein, der in vollkommener Symbiose mit der Natur und den Traditionen der Vorfahren steht.

Der Vel’uveyra Mencía gilt als der typischste Wein der Bodega und stellvertretend für die Region, da er aus der wichtigsten einheimischen Rebsorte, der Ribeira Sacra, gewonnen wird.

Geschrieben von Emmeline Hess

Emmeline Hess

Emmeline es experta en comunicación, vocación que ha estado ejerciendo durante más de 9 años en empresas con enfoque en la sostenibilidad.

Esta nueva podcaster es una gran aficionada a la comida, una preocupada por el cambio climático (aspirante a guerrera) y le gusta una buena discusión casi tanto como los perros.

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Landleben

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Der „verrückte Deutsche“ 40 Jahre später

Wenn man Friedrich heute über seine Finca in der Nähe von Gibraleón begleitet, hört man vor allem eines: ein lautstarkes Konzert aus Vogelgezwitscher. Doch hinter dieser Idylle steckt eine vor langer zeit getroffene radikale Entscheidung gegen die Konvention. Heute ist er seit 1994 Demeter-zertifiziert und beweist, dass seine „Verrücktheit“ die einzige logische Antwort auf die Krise unserer Böden ist.Vor 40 Jahren verliebte sich Friedrich bei einem Besuch in Spanien in die Finca Jelanisol-Montebello. Zu dieser Zeit arbeitete er selbst als Zwischhändler für konventionell hergestelltes Obst und Gemüse. Zwei Dinge sind damals passiert, die ihn haben reflektieren lassen: Eine Freundin schenkte ihm von Bill Mollison ein Buch über Permakultur, das ihn inspirierte. Er war zu Besuch auf dem Feld in Italien und suchte im Boden verzweifelt nach Regenwürmern. Als der Landwirt ihm bestätigte, dass es keine gäbe, „weil man so etwas nicht bräuchte“, began Friedrich zu reflektieren. Eine holistische Vision: Alles ist verbundenFür Friedrich ist die Landwirtschaft kein isolierter Prozess, sondern ein Teil eines großen Ganzen. Er pflegt eine sehr holistische und philosophische Sicht auf die Welt, in der alles – vom Bodenmikrobiom bis zum Konsumenten – miteinander verbunden ist. Seine Finca ist für ihn kein reiner Produktionsort, sondern ein lebendiger Organismus, in dem Mensch und Natur in Harmonie koexistieren. Für ihn kann eine friedliche Gesellschaft kann nur entstehen, wenn wir im Einklang mit der Natur produzieren. Wenn wir es richtig machen, ist genug für alle da – wir dürfen nur nicht die Grundlagen zerstören.Einer der stärksten Antriebe für Friedrichs Arbeit ist eine tiefe Besorgnis über den Zustand unserer modernen Ernährung. Er erzählt, dass viele Lebensmittel, die wir heute konsumieren, „leer“ sind. Damit meint er Produkte aus konventioneller Landwirtschaft, die aufgrund von Pesitziden und langer Lagerung, keinerlei nennenswerten Nährwert mehr besitzen. Er folgt dem Prinzip „Gesunder Boden = Gesunder Mensch“. Nur ein lebendiger, regenerierter Boden kann Früchte hervorbringen, die den Körper wirklich nähren.Eine der ersten Dinge, die Friedrich tat, war einen großen Teich anzulegen – nicht zur Bewässerung der Finca, sondern einzig und allein für die Vögel, Frösche, Enten und Fische. Bei stärkeren Regenfällen, fließt so das Wasser ab. Den organischen Dünger stellen sie über Mikroorganismen selber her und versorgen die Bäume über Tröpfchenbewässerung kontinuierlich mit Mineralien. 

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Die Wissenschaft hinter der Süße

Wir haben Antonio von Sicilian Passion in Sizilien besucht. In einer Region, die traditionell für ihre Zitrusfrüchte bekannt ist, hat sich Antonio vor mehreren Jahren für einen anderen Weg entschieden: Er baut Maracujas (und sogar Papayas!) an.Ein wesentlicher Teil unserer Zusammenarbeit besteht in der präzisen Bestimmung des Erntezeitpunkts. Unsere Teams führen direkt im Feld Messungen des Zuckergehalts durch. Mithilfe eines Refraktometers wird der Brix-Wert ermittelt, um sicherzustellen, dass die Früchte die erforderliche physiologische Reife und das volle aromatische Profil erreicht haben. Erst bei Erreichen dieser Grenzwerte wird die Ernte begonnnen. In dem Video unten seht ihr, wie unser Kollege Angelo, diese Messungen vornimmt. Es macht großen Spaß, denn man schaut buchstäblich in die Zukunft.Reifemerkmale und EtymologieEin wichtiges Qualitätsmerkmal der Maracuja ist die Beschaffenheit der Schale. Anders als bei vielen Obstsorten gilt hier: Je ausgeprägter die Faltenbildung der Frucht, desto höher ist der Zuckergehalt. Durch die leichte Verdunstung während des Reifeprozesses konzentriert sich der Fruchtzucker im Inneren, während die Säure dezent abnimmt. Es gibt zwei Ernten pro Jahr – eine in den Wintermonate und eine in den Sommermonaten. Vor allem im Sommer, sind die Früchte „runzliger“, da die Flüssigkeit durch die Wärme schneller verdunstet.Wusstet ihr, dass der Name „Passionsfrucht“ sich von der christlichen Ikonografie ableitet. Spanische Missionare im 16. Jahrhundert interpretierten die komplexe Blütenstruktur als Symbole der Leidensgeschichte (Passion) Christi. Die Filamente der Blüte wurden mit der Dornenkrone assoziiert, die drei Narben mit den Nägeln des Kreuzes und die fünf Staubblätter mit den Wundmalen. In der Galerie findet ihr ein Bild, auf dem das sehr gut zu sehen ist.

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Blutrot und extrem lecker

Warum nicht jede Blutorange blutrot istWir waren in Sizilien und haben Danilo von AranceBio auf einem Feld getroffen, wo die Blutorangenernte ihren Höhepunkt erreicht. Man sieht die Orangen nicht nur reif an den Bäumen hängen, sondern man kann sie auch riechen. Der Himmel ist blau, die Bäume und die Wiese grün und die Orange hängen wie kleine Laternen in den Bäumen. Es ist sonnig, aber sehr frisch – auch in Sizilien ist Winter.Genau der richtige Zeitpunkt, damit die Blutorangen reifen. Nur durch das Zusammenspiel von warmen Tagen und kalten Nächten kann Anthocyan gebildet werden, der Farbstoff, der das Fruchtfleisch rot färbt. Sind die Nächte also zu warm, kann sich das Pigment nicht bilden und deine Blutorange ist vielleicht eher orange, als blutrot – aber natürlich genauso lecker.Danilo baut zwei unterschiedliche Sorten an; Moro: die etwas säuerlicher und ein tiefrotes Fleisch hat (wenn es kalt genug ist!) und Tarocco, die etwas süßer und ganz mild ist. Es ist ein bisschen wie Kindheit – wenn man ein Überraschungs-Ei öffnet. Man kann von außen nicht wissen, ob die Frucht rot oder eher orange ist.Angesichts zunehmender Trockenperioden setzt Danilo auf eine permanente Bodenbedeckung. Dieser natürliche Teppich schützt den Boden und dient als Wasserspeicher, der in Trockenzeiten wertvolles Wasser speichert – so bleibt die Natur widerstandsfähig.Wir haben natürlich auch gefragt, was wir essen sollen, wenn wir auf Sizilien sind und Danilo hat uns zwei Gerichte empfohlen: die traditionelle Pasta con le Sarde (wie soll es auch anders sein?!) und die frittierten Reiskugeln, Arancini genannt.

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