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Landleben

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Veröffentlicht März 2026

Die Stimme deines Landwirts: Gabrasrosa

Hallo, lieber CrowdFarmer,

für uns bei Gabrasrosa ist der Jahresanfang ein Blitzstart geworden. Am 1. Januar wurde schon das erste Zicklein geboren, ein sehr schönes Böckchen, das bereits von einem Züchter für seine eigene Herde reserviert wurde.

Ein Mann, der ein Zicklein in den Armen hält
Ein Zicklein im Stroh

An diesem Jahresbeginn war es auch wichtig für uns, auf das vergangene Jahre zurück zu blicken und über unsere Strategie für die neue Saison nachzudenken.

Zunächst haben wir uns die Zeit genommen, die Bilanz über unsere erste Kistenlieferung an die Crowdfarmer zu ziehen. Glücklicherweise litt die Milch- und Pflanzenproduktion nicht zu sehr unter der Dürre, die unsere Region das dritte Jahr in Folge getroffen hat. Unser Rotations-Weidesystem hat es uns ermöglicht, genügend Grünfutter für die Tiere zu behalten, und die Heilpflanzen haben vom Mikroklima unseres Gartens profitiert, der von den Bäumen entlang des Baches beschattet wird. Die Seifenproduktion ist gut verlaufen, und wir haben das Scale-up geschafft, das nötig war, um in kurzer Zeit mehrere hundert Seifen herzustellen.

Zwei im Schnee grasende Ziegen

Die Corona-Situation hat es uns jedoch nicht leicht gemacht, und es war schwierig, uns das nötige Verpackungsmaterial zu beschaffen. Wir mussten kurzfristig alternative Lösungen finden, um alles rechtzeitig für den geplanten Abholtermin vorbereiten zu können. Für die Verpackung haben wir recycelbare Materialien verwendet: Pappe, Seidenpapier, Papier-Klebeband und Grußkarten. Wir bekamen auch eine Bestätigung dessen, was wir bereits wussten: es mangelt uns an Platz. Wir haben unser Büro vorübergehend in ein Logistikzentrum umgewandelt und es geschafft, die verschiedenen Verpackungsetappen zu bewältigen. Es ist jedoch klar, dass wir die auf dem Hof geplanten Bauarbeiten beschleunigen müssen, um einen speziellen Raum für das Verpacken der Pakete einzurichten. 

Leider verzögerte sich die Abholung der Pakete trotz allem um einige Tage und auch die Lieferungen wurden erheblich verlangsamt, da die Spediteure zu Beginn der Weihnachtszeit von einer noch größeren Nachfrage als üblich überfordert waren. Es tut uns leid, dass einige Kisten, die als Weihnachtsgeschenke dienen sollten, nicht rechtzeitig angekommen sind.

Der Erfolg unserer Kampagne und der Empfang, den die CrowdFarmer unseren Produkten bereitet haben, haben unsere Motivation gestärkt und es uns ermöglicht, an die Zukunft unseres Hofes zu glauben. Denn gerade als unsere ersten Seifen verkaufsfertig waren, wurden alle wichtigen Handelsmessen, Bio- und Bauernmärkte, auf die wir für die Vermarktung zählten, aufgrund Einschränkungen im Zusammenhang mit der Pandemie, abgesagt. Dank der vielen Adoptionen unserer Ziegen auf CrowdFarming ist es uns dennoch gelungen, einen ausreichenden Umsatz zu erwirtschaften, und unseren Nettogewinn zu retten . Wir haben auch anderen Landwirten geholfen, einen Teil ihrer Produktion zu verkaufen, indem wir lokale Öle und Fette zur Herstellung unserer Seifen verwendet haben.

Nach 4 Jahren harter Arbeit, um den Hof wieder auf Trapp zu bringen und die Produktionsmittel aufzubauen, können wir uns endlich ein kleines erstes Gehalt leisten. Mehrere anstehende Projekte werden weiterrollen können. Wir werden ein Herbarium sowie eine Distillenraum bauen, um unsere Pflanzen unter besseren Arbeitsbedingungen verarbeiten zu können.

Eure Begeisterung hat uns auch dazu veranlasst, über neue Projekte nachzudenken. Derzeit arbeiten wir an der Vorbereitung von zwei Adoptions-Kampagnen für die auf dem Hof produzierten Heilpflanzen, aus denen wir eine neue Kosmetikserie entwickeln werden. Bald werden unsere CrowdFarmer mit den Balsamen, Hydrosolen und Masken, die wir derzeit aktiv testen, ihre Haut pflegen können.

Wir haben uns auch für den Wettbewerb „La Fabrique d´Aviva“ beworben, der  die Entwicklung unseres Unternehmens und unserer Produktionsmittel erheblich vorantreiben könnte. Wir haben die erste Auswahlphase bestanden und die zweite Phase hat am 12. Januar begonnen. Du kannst uns helfen, so viele Punkte wie möglich zu sammeln, indem du hier für unser Projekt abstimmst: https://www.lafabriqueaviva.fr/fr/project/5585/show. Der Link kann gerne geteilt werden. Wir brauchen jede Unterstützung!

In der Zwischenzeit bereiten wir uns darauf vor, die Zicklein des Jahres 2021 willkommen zu heißen. Durch Erdarbeiten konnten wir die Atmosphäre in unserem Ziegenstall verbessern und eine Wasserreserve für die Tiere und Pflanzen schaffen. Die Innenausstattung des Ziegenstalls wurde ebenfalls überarbeitet, um unsere Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Aufteilung der Ziegen und ihren Kitzen in Familiengruppen zu erleichtern.

Ziegen, die auf dem Bauernhof Heu fressen

Wir sind daher bereit für eine neue Saison voller Projekte, Ziegen, Pflanzen, Seifen und, wenn es die sanitäre Situation zulässt, Besuche von dir, einem der ersten CrowdFarmer, der an uns und an unseren Hof geglaubt hat ! Wir freuen uns, dich begrüßen zu dürfen und dir unsere Einrichtungen zu zeigen.

Sarah BERNHARD-PAPIN

Geschrieben von Farmers of CrowdFarming

Farmers of CrowdFarming

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Landleben

3 min

Der „verrückte Deutsche“ 40 Jahre später

Wenn man Friedrich heute über seine Finca in der Nähe von Gibraleón begleitet, hört man vor allem eines: ein lautstarkes Konzert aus Vogelgezwitscher. Doch hinter dieser Idylle steckt eine vor langer zeit getroffene radikale Entscheidung gegen die Konvention. Heute ist er seit 1994 Demeter-zertifiziert und beweist, dass seine „Verrücktheit“ die einzige logische Antwort auf die Krise unserer Böden ist.Vor 40 Jahren verliebte sich Friedrich bei einem Besuch in Spanien in die Finca Jelanisol-Montebello. Zu dieser Zeit arbeitete er selbst als Zwischhändler für konventionell hergestelltes Obst und Gemüse. Zwei Dinge sind damals passiert, die ihn haben reflektieren lassen: Eine Freundin schenkte ihm von Bill Mollison ein Buch über Permakultur, das ihn inspirierte. Er war zu Besuch auf dem Feld in Italien und suchte im Boden verzweifelt nach Regenwürmern. Als der Landwirt ihm bestätigte, dass es keine gäbe, „weil man so etwas nicht bräuchte“, began Friedrich zu reflektieren. Eine holistische Vision: Alles ist verbundenFür Friedrich ist die Landwirtschaft kein isolierter Prozess, sondern ein Teil eines großen Ganzen. Er pflegt eine sehr holistische und philosophische Sicht auf die Welt, in der alles – vom Bodenmikrobiom bis zum Konsumenten – miteinander verbunden ist. Seine Finca ist für ihn kein reiner Produktionsort, sondern ein lebendiger Organismus, in dem Mensch und Natur in Harmonie koexistieren. Für ihn kann eine friedliche Gesellschaft kann nur entstehen, wenn wir im Einklang mit der Natur produzieren. Wenn wir es richtig machen, ist genug für alle da – wir dürfen nur nicht die Grundlagen zerstören.Einer der stärksten Antriebe für Friedrichs Arbeit ist eine tiefe Besorgnis über den Zustand unserer modernen Ernährung. Er erzählt, dass viele Lebensmittel, die wir heute konsumieren, „leer“ sind. Damit meint er Produkte aus konventioneller Landwirtschaft, die aufgrund von Pesitziden und langer Lagerung, keinerlei nennenswerten Nährwert mehr besitzen. Er folgt dem Prinzip „Gesunder Boden = Gesunder Mensch“. Nur ein lebendiger, regenerierter Boden kann Früchte hervorbringen, die den Körper wirklich nähren.Eine der ersten Dinge, die Friedrich tat, war einen großen Teich anzulegen – nicht zur Bewässerung der Finca, sondern einzig und allein für die Vögel, Frösche, Enten und Fische. Bei stärkeren Regenfällen, fließt so das Wasser ab. Den organischen Dünger stellen sie über Mikroorganismen selber her und versorgen die Bäume über Tröpfchenbewässerung kontinuierlich mit Mineralien. 

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Die Wissenschaft hinter der Süße

Wir haben Antonio von Sicilian Passion in Sizilien besucht. In einer Region, die traditionell für ihre Zitrusfrüchte bekannt ist, hat sich Antonio vor mehreren Jahren für einen anderen Weg entschieden: Er baut Maracujas (und sogar Papayas!) an.Ein wesentlicher Teil unserer Zusammenarbeit besteht in der präzisen Bestimmung des Erntezeitpunkts. Unsere Teams führen direkt im Feld Messungen des Zuckergehalts durch. Mithilfe eines Refraktometers wird der Brix-Wert ermittelt, um sicherzustellen, dass die Früchte die erforderliche physiologische Reife und das volle aromatische Profil erreicht haben. Erst bei Erreichen dieser Grenzwerte wird die Ernte begonnnen. In dem Video unten seht ihr, wie unser Kollege Angelo, diese Messungen vornimmt. Es macht großen Spaß, denn man schaut buchstäblich in die Zukunft.Reifemerkmale und EtymologieEin wichtiges Qualitätsmerkmal der Maracuja ist die Beschaffenheit der Schale. Anders als bei vielen Obstsorten gilt hier: Je ausgeprägter die Faltenbildung der Frucht, desto höher ist der Zuckergehalt. Durch die leichte Verdunstung während des Reifeprozesses konzentriert sich der Fruchtzucker im Inneren, während die Säure dezent abnimmt. Es gibt zwei Ernten pro Jahr – eine in den Wintermonate und eine in den Sommermonaten. Vor allem im Sommer, sind die Früchte „runzliger“, da die Flüssigkeit durch die Wärme schneller verdunstet.Wusstet ihr, dass der Name „Passionsfrucht“ sich von der christlichen Ikonografie ableitet. Spanische Missionare im 16. Jahrhundert interpretierten die komplexe Blütenstruktur als Symbole der Leidensgeschichte (Passion) Christi. Die Filamente der Blüte wurden mit der Dornenkrone assoziiert, die drei Narben mit den Nägeln des Kreuzes und die fünf Staubblätter mit den Wundmalen. In der Galerie findet ihr ein Bild, auf dem das sehr gut zu sehen ist.

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Blutrot und extrem lecker

Warum nicht jede Blutorange blutrot istWir waren in Sizilien und haben Danilo von AranceBio auf einem Feld getroffen, wo die Blutorangenernte ihren Höhepunkt erreicht. Man sieht die Orangen nicht nur reif an den Bäumen hängen, sondern man kann sie auch riechen. Der Himmel ist blau, die Bäume und die Wiese grün und die Orange hängen wie kleine Laternen in den Bäumen. Es ist sonnig, aber sehr frisch – auch in Sizilien ist Winter.Genau der richtige Zeitpunkt, damit die Blutorangen reifen. Nur durch das Zusammenspiel von warmen Tagen und kalten Nächten kann Anthocyan gebildet werden, der Farbstoff, der das Fruchtfleisch rot färbt. Sind die Nächte also zu warm, kann sich das Pigment nicht bilden und deine Blutorange ist vielleicht eher orange, als blutrot – aber natürlich genauso lecker.Danilo baut zwei unterschiedliche Sorten an; Moro: die etwas säuerlicher und ein tiefrotes Fleisch hat (wenn es kalt genug ist!) und Tarocco, die etwas süßer und ganz mild ist. Es ist ein bisschen wie Kindheit – wenn man ein Überraschungs-Ei öffnet. Man kann von außen nicht wissen, ob die Frucht rot oder eher orange ist.Angesichts zunehmender Trockenperioden setzt Danilo auf eine permanente Bodenbedeckung. Dieser natürliche Teppich schützt den Boden und dient als Wasserspeicher, der in Trockenzeiten wertvolles Wasser speichert – so bleibt die Natur widerstandsfähig.Wir haben natürlich auch gefragt, was wir essen sollen, wenn wir auf Sizilien sind und Danilo hat uns zwei Gerichte empfohlen: die traditionelle Pasta con le Sarde (wie soll es auch anders sein?!) und die frittierten Reiskugeln, Arancini genannt.

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