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Die Kontroverse um regenerative Landwirtschaft

Regenerative Landwirtschaft ist ein Begriff, der erst allmählich definiert wird und bei dem es noch zahlreiche Diskussionen darüber gibt, was er genau bedeutet und was nicht. Wir bei CrowdFarming haben uns für die Unterstützung von Anbaumethoden entschieden, die mit den von uns vertretenen Werten der Nachhaltigkeit übereinstimmen.

Ist regenerative Landwirtschaft zwangsläufig ökologischer Landbau?

In Europa gibt es Landwirte, die synthetische Pflanzenschutzmittel einsetzen, um die Böden zu regenerieren. Wir setzen uns dafür ein, dass die Zertifizierung im ökologischen Landbau eine grundlegende Mindestanforderung ist, um regenerative Praktiken zu betreiben. Um bei CrowdFarming als regenerativer Landwirt zu gelten, müssen sie sicherstellen, dass alle ihre Praktiken im Einklang mit der Philosophie der Regeneration sowie der natürlichen Ressourcen einhergehen.

Ist die regenerative Landwirtschaft besser als der ökologische Landbau?

Regenerative Landwirtschaft ist unserer Meinung nach eine Ergänzung zum ökologischen Landbau. Beide können nicht unbedingt verglichen werden. Es sei daran erinnert, dass der ökologische Landbau in der Europäischen Union bereits ein geregeltes offizielles Label ist, der regenerative Landbau ist hingegen ein Begriff, der bis dato nicht zertifiziert ist. 

Regenerative Praktiken setzen auf die Regeneration der natürlichen Ressourcen in der Umgebung, in der die landwirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt wird. Zum Beispiel: Der ökologische Landbau regelt nicht, was zu tun ist, wenn der Wasserstand in einem Brunnen auf einem Bauernhof jedes Jahr sinkt. Regenerative Verfahren suchen nach Möglichkeiten, Wasser zurückzuhalten und den Grundwasserspiegel zu erhalten oder zu erhöhen.

Der ökologische Landbau schreibt auch nicht vor, wie oft der Boden gepflügt werden darf und ob aromatische Pflanzen gepflanzt werden dürfen, um Bestäuber anzulocken. Dabei handelt es sich zwar um Praktiken, die mit höheren Kosten verbunden sind, die dafür allerdings auf die Regenerierung der lokalen Ökosysteme abzielen. 


Verursacht die konventionelle Landwirtschaft Unfruchtbarkeit auf den Feldern?

Wir wissen, dass dies ein sensibles Thema ist, zu dem wir uns eine Meinung erlauben wollen. Wir möchten keinen Landwirt zu Nahe treten, sondern streben einen Wandel in der Lebensmittelindustrie an, weshalb wir CrowdFarming überhaupt gegründet haben.

Als konventionelle Landwirtschaft verstehen wir eine Form des Anbaus, bei der regelmäßig chemisch-synthetische Pestizide auf den Feldern eingesetzt werden. Nicht alle Pestizide, die zur Vernichtung eines Schädlings oder zur Beseitigung von Unkraut im Boden eingesetzt werden, richten den gleichen Schaden an, aber ihr Einsatz hat oft negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Wenn Agrochemikalien eingesetzt werden, sind nicht nur die Schädlinge gefährdet, sondern auch die anderen Wildtiere, die auf den Feldern leben. Und immer wenn Herbizide eingesetzt werden, um spontan wachsende Pflanzen abzutöten, wird die Bodenfruchtbarkeit verringert.

Wir wissen, warum synthetische Pestizide eingesetzt werden: um Geld zu sparen, die Produktivität zu steigern oder das Erscheinungsbild der angebauten Produkte zu verbessern. Diese Gründe berücksichtigen jedoch nur die wirtschaftlichen Auswirkungen und nicht unbedingt die Umweltauswirkungen. 

Wir wollen uns gegen den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide und für höhere Einkommen der Landwirte einsetzen. Es geht nicht darum,  um jeden Preis eine maximale Produktion  zu erreichen, sondern um eine ausgewogene Produktion in Übereinstimmung mit der Regeneration der natürlichen Ressourcen und darum, dass die Bauern einen fairen Preis erhalten.

Gonzalo ist ein "Farmeneur" - als Mitbegründer von CrowdFarming und selbst Landwirt, teilt er seine Zeit zwischen Büro und Feld auf. Neben der Landwirtschaft liest und schreibt er gerne über digitale Produkte, Logistik und diskutiert über deren Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgungskette.

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