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Was bedeutet heroischer Weinbau?

Unter heroischem Weinbau versteht man den Weinanbau unter extrem schwierigen Bedingungen. Die Rebstöcke sind in schmalen, mit Steinmauern versehenen Terrassen angeordnet, und bilden somit eine einzigartige, wunderschöne Landschaft. Mit viel Mühe und Leidenschaft trotzen die Winzer den schwindelerregenden Hängen bei der Handlese. 

Doch damit man von einem heroischen Weinbau sprechen kann, müssen folgende Anforderungen erfüllt sein: So müssen sich die Weinberge mehr als 500 Meter über dem Meeresspiegel befinden und der Bergabhang einen Steilheitsgrad von mehr als 30% aufweisen. Außerdem muss im Terrassenbau angebaut werden. In Europa entsprechen nur 5% der Weinberge diesen Besonderheiten.

Die galizische Region Riberia Sacra im Norden Spaniens gehört zu den wichtigsten Gebieten, in denen diese Art des Weinbaus praktiziert wird und ist deshalb auch als Herkunftsbezeichnung geschützt. Der Ursprung lässt sich bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen, als einige Mönche im Mittelalter verschiedene Rebsorten über den Jakobsweg mitbrachten und diese in der Nähe ihrer Klöster entlang des Flusses Sil anbauten.

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Hergestellt aus den einheimischen Rebsorten, die sich im Laufe der Jahrhunderte an Boden und Klima angepasst haben, sind diese Weine ein purer Ausdruck dieser sonderbaren Landschaft. Die Orografie, die verschiedenen Böden, die Ausrichtung der Weinberge sowie das Klima beeinflussen nämlich das Aroma und den Geschmack der Weine.

Die handwerkliche Arbeit der Winzer umfasst dabei alle Phasen des Entwicklungszyklus der Weinreben, d. h. vom Rebschnitt zu Beginn bis zur Weinlese am Schluss, bei der die Trauben geerntet werden. Bei der Weinlese bilden die Winzer in der Regel Viererteams, die sich die Arbeit folgendermaßen aufteilen: Während zwei Personen sich mit der Handlese der Trauben befassen, sind die anderen zwei für den Abtransport der Ernte zuständig. Mit einem Kistengewicht von etwa 20 kg, das auf den Schultern getragen wird, bezwingen die sogenannten “Carretadores” (dt. Kärrner) die steilen Hänge der Terrassen.

Eine heroische Frau

Ronsel do Sil ist ein kleines Weingut, das im Herzen der Ribeira Sacra am Ufer des Flusses Sil liegt. Geführt wird dieses Weinbauprojekt von der Gründerin und Winzerin des Weinguts, María José Yravedra. Nachdem sie ihre vier Töchter großgezogen und als Architektin gearbeitet hatte, entschied sie sich, in die Welt der Weine einzutauchen.

Auch Maria José pflegt den heroischen Weinbau und bleibt dabei ihrer Philosophie, natürliche und aufrichtige Weine zu produzieren, treu. Die Herstellungsweise spiegelt die Authentizität und die Werte dieses landschaftlichen Kulturerbes wider.

In einer der am wenigsten besiedelten Gegenden Galiziens bewältigen Maria José und ihre vier Töchter mit Enthusiasmus und vollem Einsatz die Arbeit auf ihrem Weingut, um die einheimischen galizischen Rebsorten zu fördern. Sie konzentrieren sich dabei hauptsächlich auf die Sorte Menecía.


Das Weingut hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Landschaft zu beleben und zu erhalten, die seit Generationen Zeugnis dieser Lebensweise ist. Das Ergebnis ist ein Wein, der in vollkommener Symbiose mit der Natur und den Traditionen der Vorfahren steht.

Der Vel’uveyra Mencía gilt als der typischste Wein der Bodega und stellvertretend für die Region, da er aus der wichtigsten einheimischen Rebsorte, der Ribeira Sacra, gewonnen wird.