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In der Haut eines Farmer Hunters

Das Leben eines Farmer Hunters (buchst. „Jäger von Landwirten”) bei CrowdFarming ist voller überraschender Wendungen. Es handelt sich um ein Tätigkeitsfeld mit Aufgaben, von denen eine spannender und bereichernder ist als die andere, die aber auch große Anpassungsfähigkeit erfordern.

Die Mission der Farmer Hunter besteht darin, die Landwirte in all ihren Aktivitäten mit CrowdFarming zu betreuen: Erklärung des Konzepts, Veröffentlichungen auf der Plattform sowie logistische und kommerzielle Betreuung. Dies umfasst auch die Suche nach zukünftigen Teilnehmern, die dank dieses neuen Modells in der Lage sein werden, ihren eigenen Kanal zum Direktverkauf aufzubauen, um einen faireren Preis für ihre Ernte zu erzielen und gleichzeitig mehr Nähe zu den Verbrauchern zu schaffen. 

Die Anforderungen, die an die Landwirte gestellt werden, bestehen darin, auf ethische Weise und umweltbewusst zu produzieren und bereit zu sein, die CrowdFarmer (Nutzer der Plattform) mit einem Lächeln auf ihren Farmen willkommen zu heißen. Dies ist ein Konzept, das bei ihnen auf positive Resonanz stoßen muss.

Es handelt sich dabei nicht nur um ein simples Vermarktungsmodell, sondern um ein neuartiges Vorhaben, das seit 2017 eine direkte und transparente Beziehung zwischen Produzenten und Verbrauchern schafft. Damit dies aber funktioniert, müssen die Farmer Hunter viel Energie, Motivation und Geduld beweisen! 

Interview mit Agathe, unsere Farmer Hunterin für den französischen Markt 

Seitdem sie bei CrowdFarming arbeitet, ist es für Agathe, als übe sie mehrere Tätigkeiten gleichzeitig aus. Heute erzählt sie uns, wie alles angefangen hat und welche bewegten Erfahrungen sie in diesem rasant wachsendem Markt und Unternehmen gemacht hat.

Antonia Herm-Stapelberg (Farmer Hunter Deutschland) und Agathe Ortolo (Farmer Hunter Frankreich)


Wie hast du deinen Beginn bei CrowdFarming inmitten der Pandemie erlebt? 

Wie für uns alle hat Covid-19 einen Verlust sozialer Nähe im Leben bedeutet. Es wurde zwangsläufig komplizierter, Verbindungen mit den Produzenten zu knüpfen, eine schwierige Herausforderung, die es zu bewältigen galt. Man musste sich anzupassen, um Lösungen für die Vermarktungsprobleme zu finden, mit denen die Landwirte angesichts des vollständigen Stillstands bestimmter Sektoren konfrontiert wurden. Was uns betrifft,  war dies eine Gelegenheit, ihnen die Möglichkeit zu bieten, ihre nicht verkauften Ernteüberschüsse zu verkaufen.

Was sind die größten Herausforderungen in deiner Tätigkeit?

Farmer Hunter zu sein bedeutet zuallererst, selbst Farmer zu sein. Es bedeutet, sich in ihre Lage versetzen zu können, ihren Alltag und ihre Probleme zu verstehen, um sie bei der Vermarktung ihrer Produkte auf unserer Plattform bestmöglich unterstützen zu können. Wir begegnen Herausforderungen auf allen Ebenen: Produktauswahl, administrative Abläufe, Organisation von Fototerminen, logistische Unterstützung und Rückverfolgung, After-Sales-Service, Umsetzung von Verbesserungsmöglichkeiten und mehr. Es ist ein Job, bei dem man sehr wandlungsfähig sein und sich schnell an alle möglichen Situationen anpassen können muss.

Manchmal müssen in Rekordzeit auch Dreharbeiten organisiert, in letzter Minute CrowdFarmer für Interviews gefunden, oder den Medien Rede und Antwort gestanden werden, ohne sich den Stress anmerken zu lassen. Wir haben keine Zeit, uns zu langweilen! 

Arbeitest du zum ersten Mal in einem Start-up?

Ja! Was für eine Freude, nach mehreren Erfahrungen in eher „klassischen“ Unternehmen, die Dynamik eines Unternehmens  kennenzulernen, in dem jede unserer Handlungen reale Auswirkungen hat! Wir verspüren mehr Autonomie, jede Initiative wird angehört und oft proaktiv umgesetzt. Es bedeutet auch Teil eines einzigartigen und innovativen Unterfangens zu sein, das die Förderung einer nachhaltigeren, umweltschonenderen und gerechteren Landwirtschaft vorantreibt. 

Wie entwickelt sich der französische Markt?

Französische Landwirte zu finden und zu betreuen ist nicht einfach. In Frankreich gibt es eine große landwirtschaftliche Vielfalt, sodass unendlich viele Möglichkeiten eröffnet werden. Über 50% des französischen Territoriums dienen dem Ackerbau oder der Viehwirtschaft, die beide eine große Produktvielfalt aufweisen. Man muss sich ständig fragen, wonach die europäischen Verbraucher suchen und dann die bestmögliche Produktauswahl treffen. Aber man sollte auch wissen, wie man sie weiterentwickelt, hinterfragt und – falls notwendig – anpasst.

Welche konkreten Auswirkungen siehst du für das Leben der Landwirte?

Für die meisten ist der direkte Verkauf ihrer Produkte an die Endverbraucher ein völlig neues Konzept und sie sind damit sehr zufrieden! Im vergangenen Jahr haben wir eine Studie zu den Auswirkungen des Direktvertriebs durchgeführt und die Ergebnisse sind eindeutig: Es gibt deutliche Verbesserungen sowohl in wirtschaftlicher als auch in sozialer Hinsicht und in Bezug auf die Umweltauswirkungen.

So konnte beispielsweise Charles, ein Erzeuger von Camembert und Opfer seines eigenen Erfolgs, neues Personal einstellen und sein Produktionsvolumen steigern. Wir haben ihn bei der Anpassung begleitet und sind von drei Lieferungen pro Jahr auf eine Lieferung alle zehn Tage, das ganze Jahr über, umgestiegen. Es ist ein echtes Privileg, die Landwirte mit uns wachsen zu sehen und zu beobachten, wie sie mit einem Lächeln und viel Hingabe ihre Unternehmen weiterentwickeln. 

Camembert Les 5 frères Crowdfarming


Wie wir anhand dieses informativen Interviews feststellen können, ist das Tätigkeitsfeld eines Farmer Hunter sehr interessant, da die Möglichkeit geboten wird, eng mit Landwirten zusammenzuarbeiten, die die traditionelle Nahrungsmittelkette revolutionieren wollen. Es handelt sich um eine spannende Teamarbeit, die neben Motivation auch echte Leidenschaft für die Landwirtschaft erfordert.