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Warum Bio nachhaltiger ist

Wir leben zwar im Informationszeitalter – einer Zeit, in der ein digitales Gerät uns die Türen zu aller Arten von Wissen öffnet –, aber es gibt dennoch viele wichtige Themen, die statt zu Handlungen nur zu Schlagwörtern werden. Nachhaltigkeit ist eines davon. 

Was bedeutet „nachhaltig“ überhaupt?

Im Duden wird “nachhaltig” definiert als “sich auf längere Zeit stark auswirkend”. Wenn man“Nachhaltigkeit” nachschlägt, gibt es noch eine zweite Definition, nämlich: “Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann”.

Beide Definitionen beinhalten das Element der Kontinuität, den Hinweis auf die Zukunft, was uns zu unserer nächsten Frage führt: Können wir die konventionelle Landwirtschaft in ihrer jetzigen Form weiterführen?

Der diesjährige Bericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) legt nahe, dass wir den Status Quo ändern sollten. Dass wir viel mehr und viel schneller handeln müssen, wenn wir verhindern wollen, dass die Klimakrise das Leben, wie wir es kennen, für immer zum Schlechteren verändert.

Was hat die Landwirtschaft mit dem Klimawandel zu tun?

Die Landwirtschaft gehört zu den fünf umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen. Nach Angaben der OECD werden 17 % aller Treibhausgasemissionen direkt durch landwirtschaftliche Tätigkeiten verursacht und weitere 7-14 % durch Landnutzungsänderungen.

Die Rinderhaltung ist in diesem Zusammenhang zwar zweifellos ein wichtiger Faktor (man denke nur an das von Kühen ausgestoßene Methan!), aber bei weitem nicht der einzige. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass die Landwirtschaft nicht nur einer der Hauptverursacher der globalen Erwärmung ist, sondern auch eine der wichtigsten Lösungen sein kann! 

Für uns ist eine nachhaltigere Landwirtschaft eng mit der Förderung des ökologischen Landbaus verbunden (zusammen mit anderen Kriterien wie der Vermeidung von Plastikverpackungen oder der Vermeidung von Nacherntebehandlungen).

Warum ist der ökologische Landbau nachhaltiger als der konventionelle Landbau?


Die konventionelle Landwirtschaft verbraucht insgesamt mehr Wasser als der ökologische Landbau und ist sehr energieintensiv, da sie stark industrialisiert ist. Alle energieintensiven Bereiche sind zunehmend problematisch, da es die Energiebranche ist, die am meisten Umweltverschmutzung verursacht. 

● Die ganze „Daseinsberechtigung“ der konventionellen Landwirtschaft – der Grund, warum sie weithin als die einzige wirkliche Alternative für die Ernährung der Weltbevölkerung akzeptiert wird – steht in Wirklichkeit in Verbindung mit einer der großen Absurditäten unserer Gesellschaft: der Überproduktion. Es heißt wir sollen auf die konventionelle Landwirtschaft setzen, da Pestizide einst unsere Ernten vor Plagen bewahrt und uns so vor dem Verhungern gerettet haben. Aber in der heutigen Realität haben wir gelernt (und lernen weiter!), wie man ohne Agrarchemikalien mit Plagen umgeht und wie man mit Mutter Natur koexistiert, ohne alles zu töten, was in und um unsere Felder herum lebt. Der Verlust der Artenvielfalt ist eines der größten Probleme im Zusammenhang mit der konventionellen intensiven Landwirtschaft. 

● Biologischer Anbau führt zu einem 10–30 % geringeren Ernteertrag. Das ist unbestreitbar und wird als „Totschlagargument“ gegen jene Stimmen vorgebracht, die eine Umstellung auf den ökologischen Landbau empfehlen. Wir haben jedoch noch eine weitere unbestreitbare Zahl für dich, um dies zu relativieren: Ein Drittel (!) der von uns produzierten Lebensmittel landet im Abfall. Was die Frage aufwirft – wäre es wirklich so schlimm, weniger zu produzieren? Anstatt jedes Jahr mehr als eine Milliarde Tonnen Lebensmittel zu verschwenden, nur so viel zu produzieren, wie wir verbrauchen? Und wenn wir uns wirklich darum sorgen, nicht genug Nahrung für Menschen zu produzieren, könnten wir auch einfach unseren Fleisch- und Milchkonsum reduzieren. Immerhin werden 33 % unseres Ernteertrags für die Viehfutterproduktion verwendet. 

Aber vor allem ist der geringere Ernteertrag etwas, das im Laufe der Zeit betrachtet werden muss. Bei der Umstellung einer Kultur von konventionell auf ökologisch kommt es im ersten Jahr zu großen Ertragseinbußen, aber langfristig wird der Boden fruchtbarer. In, sagen wir einmal 20 Jahren, werden Felder, die kontinuierlich durch Herbizide und Überproduktion missbraucht wurden, wahrscheinlich keine Fruchtbarkeit, kein Leben mehr haben. Sie werden komplett ausgedörrt sein, und sie ackerbaulich zu erhalten, wird riesige Mengen an Ressourcen erfordern (wenn sie überhaupt gerettet werden können). Womit wir beim nächsten Punkt wären:


● Die Bodendegradation ist eine der vielen schrecklichen Nebenwirkungen des Klimawandels, und unser Böden mit (Agro-)Chemikalien vollzupumpen macht die Sache nur noch schlimmer. Der ökologische Landbau zielt darauf ab, die Gesundheit des Bodens insgesamt zu erhalten und auszubauen und die Bodendegradation zu bekämpfen. Dies geschieht durch die Anreicherung der organischen Substanz im Boden, um die Bildung von Humus zu fördern. Humus wirkt wie ein Schwamm und hilft dem Boden, Wasser – und Nährstoffe – aufzunehmen und zu speichern. Wenn es viel regnet, ist das viel ressourceneffizienter (und hilfreicher in Bezug auf den Hochwasserschutz) als konventionell bewirtschafteter Boden, der eher wie Beton wirkt und nur geringe Mengen zurückhält. Wenn es wenig regnet, werden diese Mengen besser über längere Zeiträume gespeichert. Das ist auch der Grund, warum in der konventionellen Landwirtschaft viel mehr künstliche Bewässerung benötigt wird.

● Um beim Thema Humus zu bleiben: Verantwortungsvolle ökologische Landwirtschaft hat einen unschlagbaren Vorteil, wenn es um Nachhaltigkeit geht: Sie hilft tatsächlich, Treibhausgasemissionen zu reduzieren! Kurz und vereinfacht ausgedrückt: Humus absorbiert Treibhausgase aus der Atmosphäre. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Für jeden produzierten Liter Extra Natives Bio-Olivenöl werden 10 kg CO2 aus der Atmosphäre entfernt. Die Herausforderung besteht darin, die Landwirtschaft von einer Kohlenstoffquelle zu einer Kohlenstoffsenke zu machen, und das ist möglich! 

Dies sind nur Bruchteile der Argumente, die für den ökologischen Landbau sprechen, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Dazu kommen ethische Aspekte – wie Arbeitsbedingungen und Tierschutz – und gesundheitliche Aspekte, die der Hauptgrund für die Beliebtheit von ökologischen Produkten sind. Und: Den Anhänger des biologischen Anbaus ist der „innere Wert“ des gekauften Obstes wichtig, weshalb ökologisches Obst seltener aus ästhetischen Gründen aussortiert wird, was zu weniger Lebensmittelverschwendung führt.

Wir hoffen, dass wir aufzeigen konnten, warum Nachhaltigkeit viel mehr als ein Schlagwort und kein “Greenwashing” ist, wenn es um verantwortungsvolle ökologische Landwirtschaft geht. Nur um dir eine Vorstellung zu geben, weshalb wir unsere Landwirte zur Umstellung ermutigen!

Francisco José Marín Salgado von Finca Refijo