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Der Landwirt Gonzalo Úrculo in einem Orangenhain und ein Brief an den britischen Premierminister

Orangen für Downing Street

Premierminister
Alexander Boris de Pfeffel Johnson
10 Downing Street
SW1A 2AB London 
Vereinigtes Königreich

Sehr geehrter Herr Premierminister,

mein Name ist Gonzalo Úrculo (34) und ich bin ein spanischer Landwirt. Auf unserer Farm bauen wir Bio-Orangen an, die wir direkt an Endverbraucher in ganz Europa liefern. 

Unser Anbaumodell ist ziemlich einzigartig, da wir entsprechend des Bedarfs anbauen, um eine Überproduktion von Clementinen und Orangen zu vermeiden. Wie? Die Verbraucher adoptieren einen der Bäume auf unseren Feldern, geben ihm einen Namen und erhalten dafür zuhause seine Ernte. Wir nennen dieses Projekt „CrowdFarming”.

Im vergangenen Jahr haben immer mehr Menschen in Ihrem Land diese neue Art des Direktkaufs beim Landwirt entdeckt und beschlossen, einen Baum zu adoptieren. Vielleicht, um ihn als Souvenir von Europa zu behalten. 

Menschen, die vom Vereinigten Königreich aus bestellen, fragen uns immer wieder, was nach dem Brexit mit ihrem Baum geschehen wird. Ich antworte ihnen, dass ihr Baum nach dem Brexit weiter wachsen wird, weil die Natur keine Landesgrenzen kennt. Leider kann ich ihnen aufgrund erhöhter Versandkosten und Grenzkontrollen nicht sagen, dass ihre Ernte so problemlos wie immer bei ihnen ankommen wird. Diese Kontrollen werden dem Direktverkauf Landwirt-Verbraucher ein Ende bereiten. Wir müssen unsere Orangen dann wieder wie früher an Zwischenhändler verkaufen, die es sich wegen ihrer höheren Mengen leisten können, zusätzliche Grenzzölle zu zahlen. Können Sie helfen?  

Mit freundlichen Grüßen

Gonzalo Úrculo

P.S. Bitte genießen Sie die letzten Orangen, die wir Ihnen noch ohne Formalitäten schicken können!

I'm a “farmeneur” working for farmers in CrowdFarming and as a farmer in Naranjas del Carmen. I enjoy reading and writing about logistics and discussing its impact on food supply chain.