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Grafik eines Bauern mit einem Käsewagen und einer Kuh

Fliegende Käser

Ihr habt sicher schon einmal von fliegenden Händlern gehört…Zu Zeiten unserer Großeltern waren diese vielerorts die typischen Kramer, die zu Fuß ihre Waren wie Stoffe, Tabak, Gewürze oder Eisenwaren umhertrugen und den Menschen auf der Straße oder an ihren Haustüren feilboten. In Nordwestdeutschland kennt man noch die Kniepenkerle, die allerlei Nützliches von ihren langen Märschen nach Holland mitbrachten und unter den Leuten verteilten. Mit der Zeit verschwand zwar der typische Kramer und seine meisten Kollegen, aber auch Eiswagen, Butterwagen und Verkaufsvertreter werden teilweise noch heute als “fliegende Händler” bezeichnet. 

Aber wie kommt denn nun die Überschrift des “fliegenden Käsers” zustande? 

Können Käser wirklich fliegen? 

Mittlerweile gibt es in Deutschland tatsächlich eine beträchtliche Anzahl an mobilen Käsern, die mit ihrem Equipment von Bauernhof zu Bauernhof fahren und den Milchbauern ihre Dienste anbieten. Der “fliegende Käser” bringt fast alles mit, was es zu einem guten Käse bedarf: die Kessel, das Lab, Formen und Siebe, die Käseharfe, Salz, eventuelle Kräuter und Gewürze, und natürlich das nötige Know-how. 

Der Bauer stellt – die frisch gemolkene Milch! 

Direkt auf dem Hof wird die Milch dann melkfrisch verkäst. Zum Reifen nimmt der Käser die noch frischen, weichen Laibe mit zu sich in seine Reiferäume und bringt den fertig gereiften Käse bei seinem nächsten Käsebesuch auf dem Hof wieder mit. Voila – so schließt sich der Kreis. 

Grafik eines Bauern mit einem Käsewagen und einer Kuh

Der Gedanke hinter dieser Geschäftsidee ist es, die Möglichkeit eines eigenen Hofkäses mehr Milchbauern zu eröffnen.  Eine eigene Käserei auf dem Hof einzurichten und zu betreiben, das erfordert eine hohe Erstinvestition sowie viel Wissen und/oder Erfahrung. Es ist also ein sehr großer Schritt. Ganz offiziell müssen außerdem auch Fortbildungen im Käsereihandwerk vom Landwirt abgelegt sowie viele viele Auflagen, Hygienevorschriften etc. eingehalten werden. All diese Rahmenbedingungen sollen die Qualität des entstehenden Lebensmittels garantieren und dienen natürlich letztendlich dem Schutz des Verbrauchers. Trotzdem stellen sie für viele experimentierfreudige Milchbauern eine Hürde zur Käseherstellung und somit oft auch zur Direktvermarktung dar. In meinem täglichen Austausch mit Landwirten begegne ich diesem Thema immer öfter, gerade heute, wo Diversifizierung und Direktvermarktung wieder in den Fokus rücken. 

Wir finden, dass die mobilen Käsereien da eine tolle Lösung bieten, und sagen “Bravo”!  

Auch Linda und ihr Partner Tilmann von Bauer Freigeist haben ihr Käserhandwerk als “Praktikanten” in einer mobilen Käserei erlernt. Durch die dort gesammelten Erfahrungen konnten sie im Sommer 2019 dann den großen Schritt wagen und sich den Traum einer eigenen Käserei in Gardelegen erfüllen. Mittlerweile kreieren sie dort mit ganz viel Liebe und Geschick ihren Bio-Kuhkäse in vielen bunten Sorten und verschicken ihn plastikfrei zu euch CrowdFarmern. 

Habt ihr schon ihr Bio-Kuhkäseprojekt, oder den neuen Tilsiter oder den Rauchi entdeckt?