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Illustration der protestierenden Landwirte

Wir Landwirte sind Heulsusen

Die traditionelle Lebensmittelkette hat uns Landwirte in Heulsusen verwandelt: Wir weinen, wenn wir eine Naturkatastrophe erleiden, wir weinen und gehen beinahe auf die Knie, um nach 5 Cent pro Kilogramm mehr zu fragen, wenn ein Zwischenhändler kommt um die Produkte zu kaufen. Wir weinen, wenn uns dieser Zwischenhändler drei Monate später immer noch nicht bezahlt und wir weinen, wenn er einen geringeren, als dem vereinbarten Preis zahlt. Wir weinen auch um Subventionen, wenn niemand unser Produkt will oder wenn es einen Angebotsüberschuss gibt.

Es gibt keine intransparentere, ineffizientere und piratenhaftere Lieferkette als die Lebensmittellieferkette.


Warum? Weil diejenigen, die verkaufen, nicht diejenigen sind, die produzieren. Denn die, die produzieren, tun dies aus Gewohnheit – blind, ohne zu wissen, ob jemand das, was sie produzieren, haben will.

Illustration der protestierenden Landwirte

Wenn man in einer Branche arbeitet und lebt, die sich schnell verändert, kann man weinen, protestieren, denken und handeln. 

Wir weinten vor Hilflosigkeit, als nach zwei Tagen des Kampfes mit Strohballen gegen die Kälte, schließlich am dritten Tag unsere Orangenernte einfrierte, als es kein Stroh mehr gab, das zum Erwärmen der Bäume verbrannt werden konnte. Wir protestierten sogar, indem wir einem Zwischenhändler drohten, der uns einen schlechten Schuldschein schickte, obwohl mein Bruder und ich die letzten drei Monate unser Gehalt nicht erhalten haben.

Aber liebe Freunde, das ändert sich! Wir Menschen sind zum Schlimmsten, aber auch zum Besten fähig. Wenn heute eine gewisse Ineffizienz in den Ohren der Verbraucher ankommt, dann kann der Lauf der Dinge nicht mehr aufgehalten werden und einen Sektor von heute auf morgen verändern. 

Wir Bauern haben jetzt eine Alternative.


Die Verbraucher sagen uns, dass wir ihnen unsere Produkte direkt verkaufen können. Sie ermahnen uns, dass sie wissen wollen, wie und wo wir ihre Lebensmittel angebaut haben, auch was das Wetter mit uns gemacht hat. Sie erklären uns, dass sie Früchte akzeptieren, die unvollkommen aussehen, solange sie ohne synthetische Pestizide angebaut worden sind. Sie fordern uns auf, kein Wachs oder Konservierungsmittel auf die Schale der Frucht aufzutragen. Sie ermutigen uns, kein Plastik in der Verpackung zu verwenden, und schließlich bitten sie uns um Erlaubnis, eines Tages zu uns zu kommen und ihnen von unserem täglichen Leben als Landwirte zu erzählen.

I'm a “farmeneur” working for farmers in CrowdFarming and as a farmer in Naranjas del Carmen. I enjoy reading and writing about logistics and discussing its impact on food supply chain.