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Illustration eines Tellers, der mit dem Planeten und dem Essen geteilt wird, begleitet von einem Glas und einer Gabel.

Was bedeutet lokaler Konsum?

Bitte beachte: Dieser und andere Artikel, die wir bei CrowdFarming über die Umwelt oder die Lebensmittelproduktion verfassen, sind dazu gedacht, differenzierte Informationen zur Verfügung zu stellen, mithilfe derer sich jeder seine eigene Meinung bilden kann.


Bei CrowdFarming streben wir unter den CrowdFarmern einen Konsens darüber an, welche Variablen berücksichtigt werden müssen, um den direkten Verkauf von Lebensmitteln zwischen Verbrauchern und Erzeugern der Plattform als „lokalen Konsum“ einzustufen. Nach einem ersten Gespräch zwischen unserem Team und den Landwirten sind viele interessante Fragen rund um den Begriff „lokal“ aufgetreten. Wir möchten dir die wichtigsten Punkte hier zusammenfassen:



Es gibt keine übereinstimmende Meinung zum Begriff “lokaler Konsum”


Wenn das Thema des lokalen Konsums angesprochen wird, geht es vor allem um den Weg, den die Lebensmittel zurücklegen. Dabei legt jede Organisation oder Institution ihren ganz eigene Grenzwert fest: der Kongress der Vereinigten Staaten spricht von 400 Meilen (644km), die Locavore Bewegung von 100 Meilen (161km) und die Slow Food Vereinigung legt die Grenze bei 100km fest. Andere betrachten den lokalen Konsum jedoch als nicht so sehr abhängig von der Distanz zwischen Verbraucher und Produzent, sondern koppeln das Verständnis an die Tatsache, dass der Erzeuger seine Tätigkeit im gleichen Land oder in der gleichen Region ausübt, in der sich auch der Verbraucher befindet. Die Kaufentscheidung kann arbeits- oder wirtschaftspolitische Unterstützung ihrer Landsleute sein, kann aber auch mit einem größeren Vertrauen verbunden sein, das die Verbraucher in die Erzeuger aufgrund gleicher Nationalität haben.

Illustration eines Tellers, der mit dem Planeten und dem Essen geteilt wird, begleitet von einem Glas und einer Gabel.



Es fehlen wissenschaftliche Grundlagen über Gründe, die uns zu lokalem Konsum motivieren


Wir müssen vorsichtig mit der Behauptung sein, unser Verbrauch sei umso nachhaltiger, je kleiner die Entfernung zwischen Produzent und Konsument  ist. Die Strecke, die unsere Lebensmittel bis zum Endkonsum zurücklegen, ist nicht die einzige Variable, die unsere Umwelt beeinflusst. In den letzten Jahren wurden wissenschaftlich fundierte Artikel veröffentlicht, die das Verhältnis zwischen „nachhaltig“ und „Entfernung“ messen.


Einige dieser Studien zeigen, dass die zurückgelegte Entfernung der Lebensmittel nicht die wichtigste Variable im Hinblick auf Energieverbrauch ist und dass die Auswirkung des Transports vom Produzent zum Verkaufsort 4% (Environ. Sci. Technol.200842103508-3513) der gesamten globalen Auswirkung der Lebensmittellieferkette ausmachen.



Verwechslungsgefahr zwischen “kurzen Wegen” und “lokalem Konsum”


Kurze, oder besser gesagt, direkte Wege beziehen sich auf den direkten Kauf von Lebensmitteln beim Erzeuger und der Vermeidung von Zwischenhändlern. Die einzigen beiden notwendigen Akteure, die eine Lieferkette entstehen lassen, sind der Landwirt und der Verbraucher. Diese direkte Verbindung muss nicht zwangsläufig einer geografischen Nähe gleichgesetzt sein.



Klimatische Bedingungen am Produktionsort


Es scheint übereinstimmende Meinungen über die Notwendigkeit eines für den Anbau günstigen Klimas am Produktionsort zu geben, damit es als lokal angesehen werden kann. Auch wenn der Mensch versucht, die Bedingungen für die Herstellung aller Lebensmittelarten künstlich nachzuahmen, erkennen Verbraucher diese nicht als lokale Lebensmittel an, da diese nicht unter den geeigneten natürlichen klimatischen Bedingungen angebaut wurden. Dies ist zumindest unser Eindruck (den wir mit der nachfolgenden Umfrage kontrastieren möchten).

Nimm an dieser Umfrage teil, um die Bedeutung des lokalen Konsums besser zu definieren.




I'm a “farmeneur” working for farmers in CrowdFarming and as a farmer in Naranjas del Carmen. I enjoy reading and writing about logistics and discussing its impact on food supply chain.